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Verbraucher in Hersfeld-Rotenburg suchen nach Alternativen beim Heizen

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Von: Eden Sophie Rimbach

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Verbrennen sollten Hausbesitzer am besten nur zertifizierte Pellets mit den Zertifikaten ENplus oder DINplus.
Wegen steigender Öl- und Gaspreise suchen Verbraucher nach Alternativen beim Heizen. Doch auch die Kosten bei der Anschaffung von Pellets sind enorm gestiegen. (Symbolfoto) © Deutsches Pelletinstitut

Angesichts steigender Energiepreise und der Angst vor allem bei Gaskunden um ihre Versorgung suchen auch im Landkreis viele Verbraucher nach Alternativen beim Heizen.

Hersfeld-Rotenburg – Das hat eine Stichprobe unserer Zeitung bei einigen Anbietern im Kreis ergeben. So stellt Stefan Schäfer, Geschäftsführer im Baucentrum Schäfer in Alheim, eine gestiegene Nachfrage bei drei alternativen Brennstoffen fest – Pellets, Holz- und selbst schwarzen Kohlebriketts. Letztere waren fast ausgestorben, nun sei der Absatz wieder enorm gestiegen. Schäfer führt das auf den gestiegenen Holzpreis zurück. Hinzu kommen laut Anbietern im Kreis Lieferengpässe bei Holzbriketts, weil einige Hersteller nun auch mit der Pellet-Produktion beschäftigt seien.

„Alternativen werden auf jeden Fall gesucht“, sagt Schäfer. „Viele Leute haben sich noch nicht damit beschäftigt, dass der Herbst gar nicht so weit weg ist.“ Wer zur selben Zeit wie in den Vorjahren Pellets kaufen wolle, gehe möglicherweise leer aus, weil andere sich bereits mit der bis zu dreifachen Menge eingedeckt hätten.

Pellet-Lager nur bei Bedarf auffüllen

Laut Branchen-Portal Esyoil lag der Heizölpreis für 100 Liter gestern Mittag bei 146,92 Euro. Am gleichen Tag in 2021 betrug er 67,3 Euro. Auch der durchschnittliche Gaspreis hat sich laut Vergleichsportalen zum Vorjahr mehr als verdoppelt. Der Deutsche Energieholz- und Pellet-Verband (DEPV) rät Verbrauchern angesichts steigender Pellet-Preise, die eigenen Lager nur bei Bedarf und mit der nötigen Menge aufzufüllen und den Brennstoff-Vorrat nicht unnötig auszubauen.

Und das, obwohl die Preise für Pellets als Sackware im Vergleich mit dem Vorjahr um mehr als das Doppelte gestiegen sind, wie Marcel Mähler berichtet. Er ist beim Nordhessischen Baustoffmarkt in Asbach für den Einkauf von Pellets und Holzbriketts zuständig. Aus Erfahrung weiß er, dass die Pellet-Preise zum Winter hin weiter steigen. Wer im Frühjahr beim Pellet-Kauf noch abgewartet und auf sinkende Preise gesetzt habe, lege nun einen Vorrat an. Im ländlichen Raum gebe es zudem die Möglichkeit, selbst für das Holz zum Heizen zu sorgen.

40 verkaufte Öfen in zwei Wochen

Entsprechend gestiegen ist auch die Nachfrage nach Öfen. Laut Peter Ullrich, Inhaber und Geschäftsführer von Ullrich Bad-Design, Heizung und Sanitär in Bebra, sind es vor allem Eigenheimbesitzer, die nach Alternativen beim Heizen suchen. Besonders Gaskunden fürchteten Preisanstiege und Lieferengpässe.

Der Obi-Markt in Bad Hersfeld hat in den vergangenen zwei Wochen 40 Öfen verkauft, auch Ölradiatoren und elektrische Heizlüfter sind mittlerweile vergriffen. „Es gibt nichts mehr“, sagt Marktleiter Tobias Güntsch. Neue Lieferungen seien schwierig zu bekommen, Güntsch zapft derzeit sämtliche Quellen an, um die Nachfrage zu decken. „Brennstoff ist Mangelware“, sagt er. Holz gebe es nur zu hohen Preisen, Gas nur gegen die Abgabe leerer Flaschen, die dann wieder gefüllt werden. (Eden Sophie Rimbach)

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