Gewerkschaft will über Tarifbindung verhandeln

Verdi ruft Amazon-Mitarbeiter zum Streik auf

Bad Hersfeld. Die Gewerkschaft ver.di hat die Beschäftigten des Internet Versandhändlers Amazon für Montag zu einem ganztägigen Streik aufgerufen. Der aktuelle Streikaufruf beginnt mit der Nachtschicht. Ende des Streiks ist das Schichtende der Spätschicht.

Die Streiks finden im Rahmen des schon länger schwelenden Arbeitskampfes beim Internetversandhändler statt. Es geht noch immer um die Anerkennung des Branchentarifvertrags für den Einzel- und Versandhandel. Das Amazon-Management weigere sich laut Gewerkschaft weiterhin, über eine Tarifbindung zu verhandeln.

Das sagt die Gewerkschaft

„Amazon investiert in neue Standorte und wächst und wächst. Doch wo bleiben die Mitarbeiter? Das fragen sich viele Beschäftigte. Statt Wertschätzung gibt es Druck“, so die für den Standort Bad Hersfeld zuständige Gewerkschaftssekretärin Mechthild Middeke. „Derzeit häufen sich sogenannte Krankengespräche, es wird mit Kündigungen gedroht und diese werden auch ausgesprochen. Es gibt verstärkt Kontrollen bei der Arbeit, selbst Toilettengänge werden beobachtet. Das Management schürt Angst und das Betriebsklima ist auf einem Tiefpunkt. Wir wollen, dass Amazon seine Mitarbeiter fair behandelt. Dazu gehört, dass Amazon Management endlich auf Augenhöhen mit ver.di über einen Tarifvertrag verhandelt, in dem Löhne und Arbeitsbedingungen geregelt werden. Deshalb rufen wir heute wieder zum Streik auf.“

Das sagt Amazon

"Ich weise die von Seiten der Gewerkschaft erhobenen Anschuldigungen aufs Entschiedenste zurück", teilt Amazon-Sprecherin Anette Nachbar mit. Gerade am Standort Bad Hersfeld seien vielfältigste Maßnahmen rund um das Thema Gesundheit umgesetzt worden, so Nachbar. "Die Gesundheit und Sicherheit unserer Mitarbeiter haben bei Amazon stets höchste Priorität. Wir wollen, dass unsere Mitarbeiter gesund zur Firma und wieder nach Hause kommen. An allen deutschen Standorten sind seit dem Start von Amazon sichere und attraktive Arbeitsplätze entstanden. Einheitliche Prozesse im Gesundheitsmanagement und in der Sicherheit gewährleisten hohe Standards in den Logistikzentren." (red/nm)

Rubriklistenbild: © dpa

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