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Verein Niederellenbacher See meldet sich zurück: „Wir brauchen Fakten von der Gemeinde“

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Von: Carolin Eberth

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Beraten am Kaffeetisch über die Zukunft des Niederellenbacher Sees: Die Vorstandsmitglieder des Vereins Niederellenbacher See (von links) Mario Kosel, Gerhard Wagner und Gerhard Hof.
Beraten am Kaffeetisch über die Zukunft des Niederellenbacher Sees: Die Vorstandsmitglieder des Vereins Niederellenbacher See (von links) Mario Kosel, Gerhard Wagner und Gerhard Hof. © Carolin Eberth

Der Niederellenbacher See wird, zumindest in den nächsten drei Jahren, nicht verkauft. Das ist das Ergebnis des Bürgerentscheids.

Niederellenbach – Den hatte die Arbeitsgemeinschaft Ellenbacher See (Arge) auf den Weg gebracht. Der Verein Niederellenbacher See – der sich schon seit mehreren Jahren für das Areal einsetzt, um den es in den vergangenen Monaten jedoch still geworden war – meldet sich nach dem Bürgerentscheid nun zurück. Der Verein möchte, ebenso wie die Arge, das Areal pachten. Als Voraussetzung dafür fordern die Vorsitzenden jedoch, dass Bürgermeister Jochen Schmidt (parteilos) die wichtigsten Fragen für eine Verpachtung klärt und endlich Fakten schafft. „Erst dann können wir uns ernsthafte Gedanken machen, ob wir den See wirklich pachten können“, sagt Gerhard Wagner, Vorsitzender des Vereins Niederellenbacher See, der rund 50 Mitglieder zählt und im März 2020 gegründet wurde.

Wagner sitzt für die Grünen in der Gemeindevertretung und unterstützt dort auch die Abwahlbestrebungen gegen den Bürgermeister. Bei Debatten zum See muss er wegen seiner Doppelfunktion den Raum verlassen.

Die Vorsitzenden bemängeln, dass kein einziges Gutachten zum See erstellt worden sei und es bislang nur Stellungnahmen gebe. „Wir brauchen ein Gutachten von neutraler Seite, die Frage zur Einzäunung muss geklärt werden und sämtliche rechtliche Grundsteine zur Verkehrssicherungspflicht“, sagt Mario Kosel.

Sollten die Hürden wirklich so hoch sein, wie der Hessische Städte- und Gemeindebund meint, dann wäre eine Verpachtung an Vereine alleine aus finanziellen Gründen nicht stemmbar, glauben die Vereinsvorsitzenden. „Deshalb brauchen wir Fakten und fordern eine Stellungnahme von der Gemeinde“, sagt Gerhard Hof. Dazu sei es auch hilfreich, wenn die Gemeinde Vergleiche zu anderen Seen herstellen und sich über die Kreisgrenze hinaus ähnliche Beispiele anschauen würde. Erst dann könne man sich weitere Gedanken zur Verpachtung machen.

Das Konzept des Vereins Niederellenbacher See ähnelt sehr den Plänen der Arge. „Das Grundkonzept ist das gleiche, nur wir wollen den See aus Naturschutzgründen noch mehr sich selbst überlassen und planen kein Badeangebot“, sagt Gerhard Wagner. Das Konzept sei auch sehr ähnlich, „weil die Arge ja schließlich aus unserem Verein heraus entstanden ist“. Deshalb wolle der Verein auch mit der Arge ins Gespräch kommen. „Vor allem wollen wir nicht gegeneinander arbeiten oder uns Konkurrenz machen. Wir wollen keinen Krieg in Alheim. Nur der See liegt uns am Herzen und dafür möchten wir uns weiter einsetzen“, so die Vorstandsmitglieder. Einen Badebetrieb wolle man – anders als die Arge – auch nicht fördern, weil der Verein glaubt, dass die Hürden dafür viel zu groß seien und sie dafür niemals die entsprechenden Genehmigungen erteilt bekommen würden.

Doch warum war es um den Verein – der auch maßgeblich daran beteiligt war, dass der See nicht an die Firma Beisheim verkauft wurde – zuletzt so still geworden? „Wir wollten nicht noch mehr Unruhe stiften in den Diskussionen um den Verkauf und den Bürgerentscheid“, sagt Hof. Im Hintergrund habe man jedoch still weitergearbeitet am Konzept und auch den Bürgerentscheid der Arge unterstützt.

„Wir sind sehr froh über das Wahlergebnis und möchten uns auch bei allen Wählern der Gemeinde bedanken. Die Bürger haben damit ausgedrückt, dass sie für eine Verpachtung plädieren und das möchten wir gerne umsetzen. Doch dafür muss die Gemeinde als erstes den Weg ebnen“, sagt Mario Kosel. (Carolin Eberth)

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