Wohl bald Gespräche mit Gemeinde Alheim

Niederellenbacher See: Bürger haben Verein gegründet und wollen Gelände kaufen

Seit gut einem Jahr diskutiert die Alheimer Politik immer wieder über den Niederellenbacher See. Nun hat eine Gruppe von Bürgern offiziell ihr Kaufinteresse angemeldet.

Sicherheitsrisiko: Große Teile des ehemaligen Gipssteinbruches, in dem sich der Niederellenbacher See gebildet hat, sind laut einem Gutachten der Oberen Bergbaubehörde instabil. Am jenseitigen Ufer sieht man die einsturzgefährdete Klippe, von der oft illegale Badegäste hinunterspringen. 

Niederellenbach – Eine Gruppe von Niederellenbacher Bürgern möchte das Gelände des ehemaligen Gipssteinbruchs kaufen, in dem der Niederellenbacher See entstanden ist. Dazu ist ein Verein gegründet worden, der bei der Gemeinde Alheim nun offiziell sein Kaufinteresse hinterlegt hat. Das bestätigt Bürgermeister Georg Lüdtke auf Anfrage.

Ursprünglich war geplant gewesen, das laut einem Gutachten der Oberen Bergbaubehörde einsturzgefährdete, immer wieder von illegalen Badegästen besuchte Areal zu verkaufen und zu rund 30 Prozent verfüllen zu lassen. Dafür hatte die Firma Beisheim gemeinsam mit dem Büro für Landschaftsplanung und Gewässerrenaturierung von Heinrich Wacker und Bernd Eberhardt ein Kaufangebot abgegeben. Nach der Verfüllung, die zur Stabilisierung des Geländes beitragen sollte, hätte hier ein Biotop entstehen sollen. Das wurde aber, mindestens vorerst, verworfen, auch wegen des Protestes von Niederellenbacher Bürgern.

Die machten sich stattdessen selbst Gedanken, was aus dem Gelände werden könnte. Der neu gegründete und mittlerweile auch offiziell eingetragene Verein mit dem Vorsitzenden Gerhard Wagner und dem stellvertretenden Vorsitzenden Martin Gundlach stellte sich vor einigen Wochen den Dorfbewohnern vor. An dem Abend warb der Verein auch um Mitglieder (mittlerweile rund 30) und diskutierte mit den Gästen über Möglichkeiten für die Nutzung des Sees und der angrenzenden Wiesen.

Derzeit darf hier niemand rein: Das Gelände rund um den Niederellenbacher See ist abgesperrt. Mittlerweile steht dort ein Elektrozaun, auf den Wiesen weidet eine Rinderherde.

„Mehrere Gemeindevertreter haben uns signalisiert: Wenn wir einen Plan vorlegen, haben wir voraussichtlich zwei Parteien im Parlament, die unser Anliegen unterstützen werden“, sagte Gerhard Wagner. In der Gemeindevertretung sind SPD (elf Sitze), CDU (neun) und FDP (drei) vertreten. Man lege aber Wert darauf, dass man sich – auch im Hinblick auf die Bürgermeisterwahl im November und die Kommunalwahl im März – von keiner Seite politisch vereinnahmen lassen wolle. Auch die evangelische Kirche, der ein Teil des Gebietes gehört, zeige grundsätzlich die Bereitschaft, das Anliegen der Bürger zu unterstützen, sofern ein Konzept vorgelegt werde.

Seit einigen Wochen weidet eine Rinderherde mit einem Bullen auf den Flächen rund um den See, womit zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden: Zum einen beugt die Beweidung einer Verbuschung der Wiesen vor und zum anderen sollen die Tiere Badegäste abschrecken. In diesem Zusammenhang wurde von den Niederellenbachern mehrfach Ranger Gerhard Bruchhäuser gelobt, der stark dazu beigetragen habe, dass es kaum noch illegale Besucher gebe.

Wenn der Verein das Gelände erwirbt, wäre er auch für die Verkehrssicherheit dort zuständig. Falls es zu Vorfällen auf dem laut Gutachten instabilen Gelände käme, würde der Vereinsvorstand haften. Laut Bürgermeister Georg Lüdtke sollen nun Gespräche mit dem Vorstand des Vereins stattfinden. Aufseiten der Gemeinde sollen diese vom Ältestenrat geführt werden.

Die Vorschläge

Ein absolutes Betretungsverbot, wie derzeit von der Gemeinde Alheim verhängt, möchte der Verein mittelfristig nicht. Bei der Informationsveranstaltung wurde vorgeschlagen, nur die unmittelbar vom Einsturz gefährdeten Stellen abzusperren. Ansonsten wünschen sich viele der Niederellenbacher, die sich zu Wort meldeten, „sanften Tourismus“. Dazu könnten beschilderte Wege, gegebenenfalls auch ausgebaute Holzstege und Aussichtsplattformen gehören. Auch ein Barfußpfad oder ein Erlebnispfad soll in Erwägung gezogen werden. Angeln, eine Feuerstelle, ein Vereinsheim als Treffpunkt auf dem Gelände – all das wurde diskutiert. Auch Führungen für Schulklassen sind eine Überlegung. Offiziell in der Satzung steht die Förderung des Naturschutzes und der Landschaftspflege. Geprüft werden soll auch, ob ein eingeschränkter Badebetrieb möglich ist. Dann aber wohl nur für die Vereinsmitglieder. Eintreten können sollen nur Niederellenbacher und Mitglieder der Niederellenbacher Jagdgenossenschaft. Für all dies gilt: Bisher handelt es sich dabei nur um Überlegungen. Ein Konzept ist noch nicht ausgearbeitet. 

Rubriklistenbild: © Christopher Ziermann

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