Kreis vermittelt jeden Zehnten auf den ersten Arbeitsmarkt

Viele Ein-Euro-Jobber bleiben ohne feste Stelle

Hersfeld-Rotenburg. Auf eine feste Stelle können die wenigsten der Ein-Euro-Jobber im Kreis Hersfeld-Rotenburg hoffen. Etwas mehr als zehn Prozent seien im Jahr 2010 auf den ersten Arbeitsmarkt vermittelt worden, sagte Kreissprecher Michael Adam auf Anfrage. Die Quote habe sich in den vergangenen Jahren stetig verbessert, 2006 seien sechs Prozent der Ein-Euro-Jobber vermittelt worden.

Der Bundesrechnungshof hatte die Einrichtung der Ein-Euro-Jobs insgesamt als unwirksam kritisiert. Zu häufig würde dadurch anderen Menschen der reguläre Arbeitsplatz weggenommen.

Die Kritik des Rechnungshofes treffe auf den Kreis nicht zu, sagte Adam. Bei jedem Ein-Euro-Job würden die Gegebenheiten vor Ort genau auf Art und Gesetzeskonformität und Gemeinnützigkeit geprüft. „Wir halten damit die Konkurrenz zu oder den Abbau von echten sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen für weitgehend ausgeschlossen“, sagte Adam.

Ein-Euro-Jobber würden in der Hauswirtschaft, Senioren-Betreuung, bei der Garten- und Landschaftspflege aber auch für handwerkliche Tätigkeiten eingesetzt. „So entgehen den Handwerksbetrieben Aufträge und Arbeit“, kritisierte Barbara Scholz, Sprecherin der Handwerkskammer.

„Vom Ansatz her ist das nicht in Ordnung“, sagte Kreishandwerksmeister Klaus Stöcker. Jedoch würden Handwerkern nicht grundsätzlich Aufträge weggenommen. Die Kommunen würden die Arbeiten aus Geldmangel sonst nicht erledigen lassen.

„Trotz aller Bemühungen um Ein-Euro-Arbeitsgelegenheiten muss es das Ziel der Politik sein und bleiben, so viel Arbeitsplätze wie möglich im ersten Arbeitsmarkt zu haben“, sagte Sozialdezernentin Elke Kühnholz (SPD). Anders als andere ist der Kreis Hersfeld-Rotenburg als Optionskommune alleine für die Betreuung und Vermittlung von Langzeitarbeitslosen zuständig. ZUM TAGE, HINTERGRUND

Von Claas Michaelis

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