Comedy-Duo „Wolf & Bleuel“ auf Abschiedstournee zu Gast in Ellis Saal

Mit vielen Flausen im Kopf

Die besten Wortgefechte und kauzigsten Figuren: Das präsentierten „Wolf & Bleuel“ am Samstagabend noch mal bei einem ihrer letzten gemeinsamen Auftritte in Ellis Saal in Weiterode. Fotos: Alexandra Koch

Weiterode. Mit ihrem Jubiläumsprogramm „Alles Gute“ gastierte das Comedy-Duo „Wolf & Bleuel“ am vergangenen Samstag in „Ellis Saal“ in Weiterode. Sie boten eine Sammlung ihrer besten Wortgefechte und kauzigsten Figuren aus 20 Jahren gemeinsamer Bühnenpräsenz.

Der Mix aus kritischem Kabarett, schräger Comedy, Theater und Musik begeisterte die Zuschauer im ausverkauften Saal des Weiteröder Kulturvereins und veranlasste zu stehenden Ovationen. „Wolf & Bleuel“, die bereits zum vierten Mal in „Ellis Saal“ auftraten, trennen sich noch in diesem Jahr und befinden sich auf Abschiedstournee durch die Republik. Ein Grund mehr für zahlreich angereiste Fans, den fast letzten Auftritt des Comedy-Duos aus der Rhön zu genießen.

Der Mann als geborener Jäger

Mit pfiffigem Wortwitz thematisierten „Wolf & Bleuel“ die alternde Gesellschaft, missverstandene Tierliebe, Jagdszenen auf dem Land sowie moderne Lebensziele. Dabei sprachen sie von „Gruft-WG“, GSDGS (Geriatrie sucht den grauen Star) in Anspielung auf DSDS (Deutschland sucht den Superstar), vom Hunde-Catwalk und der Hunde-Kot-Azur vor der Haustür, vom Mann als geborenem Jäger sowie von den heutigen Lebenszielen des Menschen.

„Wir alle wollen reich, glücklich und zufrieden sein und einen Partner haben, mit dem man sich sehen lassen kann“, so Wolfgang Mihm, der die Frage ans Publikum stellte „Wer von Euch hat es geschafft?“. In „Ellis Saal“ meldeten sich daraufhin die Gäste auf der Empore als die „ganz oben“ Angekommenen. Das sorgte für situative Komik.

„Wolf & Bleuel“ beschwerten sich, dass ihnen das Publikum oft erst recht Flausen in den Kopf gesetzt habe. „Wir wollten unsere Flausen bei den Auftritten loswerden, aber nach dem Beifall wurde nichts davon mitgenommen“, so Wolfgang Mihm, und Michael Bleuel ergänzt: „Stattdessen sind bei uns noch mehr Flausen von Euch eingeschleust worden“.

Besonders die Programm-Passagen mit Gitarre – gespielt von „Gitarren-Hobbit“ Wolfgang Mihm – und Gesang reißen das Publikum mit. Dessen künstlerisch-komödiantische Bandbreite ist riesig. So wird zum Beispiel der Waldschadensbericht 2014 als strammer Marsch vorgetragen. Die „Midlife-Party“ hingegen wird im „Hula“-Takt beschrieben.

Und wenn alles schiefgeht, so „Wolf & Bleuel“, gebe es ja immer noch die Apotheken-Rundschau mit Tipps. Bei leichten Depressionen helfe zum Beispiel ein heißes Bad mit ätherischen Ölen; bei schweren Depressionen ein heißes Bad mit Föhn.

Nicht unterkriegen lassen

Generell sei es wichtig, sich vom Alltag nicht unterkriegen zu lassen. Auch wenn überall von Mord und Totschlag, Naturkatastrophen, islamistischem Terror sowie Seuchen und Epidemien berichtet würde, trügen „Flausen-Anfälle“ zur Gesunderhaltung von Körper und Seele bei. „Lachen verringert die Stresshormone und stärkt das Immunsystem“, so „Wolf & Bleuel“. Und so endete der rasante Abend mit einem poetischen Gedicht über das Lachen. Das gefundene Lachen wird einen Moment in der Hand der „Lach-Künstler“ gehalten und dann dem Publikum geschenkt. „Doch Vorsicht, es ist infektiös und steckt Euch alle an! Nehmt’s mit nach Haus und passt gut drauf auf.“

Von Alexandra Koch

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