Neuer Bürgermeister von Haunetal vereidigt

Timo Lübeck: Vom Rathaus-Azubi zum Chef

Ellenbogencheck statt Handschlag: Haunetals neuer Bürgermeister Timo Lübeck (rechts im Bild) mit dem Vorsitzenden der Gemeindevertretung, Dr. Axel Schreiber, bei der Amtseinführung im Bürgerhaus Rustikana in Neukirchen.
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Ellenbogencheck statt Handschlag: Haunetals neuer Bürgermeister Timo Lübeck (rechts im Bild) mit dem Vorsitzenden der Gemeindevertretung, Dr. Axel Schreiber, bei der Amtseinführung im Bürgerhaus Rustikana in Neukirchen.

Einst hat er im Haunetaler Rathaus seine Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten absolviert, seit 1. Dezember sitzt Timo Lübeck dort auf dem Chefsessel.

Neukirchen - Zur offiziellen Amtseinführung und Vereidigung im Rahmen einer Sondersitzung hatten sich am Vorabend um die 50 Gäste im großen Saal des Bürgerhauses Rustikana in Neukirchen eingefunden, denn neben den Gemeindevertretern waren auch zahlreiche Ehrengäste und Weggefährten gekommen.

Der 37-jährige CDU-Politiker war am 1. November mit 59,88 Prozent der Stimmen gewählt worden und hatte sich damit gegen Amtsinhaber Gerd Lang (parteilos) durchgesetzt. „Die Wähler wollten den Wechsel, den Generationenwechsel, und haben eine neue Zukunft für die Marktgemeinde eingeleitet“, so Karin Wagner-Pilot (CDU) aus dem Gemeindevorstand. Sie ernannte Lübeck zum Beamten auf Zeit für zunächst sechs Jahre – und mit knapp 3000 Bürgern als neuen Chefs, wie Wagner-Pilot augenzwinkernd anmerkte.

Statt Blumen gab es vom Vorsitzenden der Gemeindevertretung Dr. Axel Schreiber einen Haunetaler Wurstkorb als Wegzehrung, der nicht das einzige Präsent an diesem Abend mit zahlreichen Glückwünschen und guten Ratschlägen bleiben sollte. Worte des Dankes richtete Klaus Renschler (GfH) auch an Lübecks Vorgänger, der allerdings nicht zur Amtsübergabe gekommen war.

„Du bringst alle Voraussetzungen mit“, attestierte Landrat Dr. Michael Koch mit Blick auf Lübecks langjährige politische Erfahrung und sein kreispolitisches Denken. „Ich freue mich, dass du gewonnen hast“, sagte Harald Preßmann (Hauneck) als Sprecher der Bürgermeister im Kreis. Der Job mache manchmal Frust, vor allem aber Lust. Dazu passte das Geschenk von Hein-Peter Möller (SPD): Ein Buch mit dem Titel „Humor im Rathaus“.

Lübeck selbst erneuerte in seiner Ansprache das Versprechen, mit allen partnerschaftlich zusammenarbeiten zu wollen. Die hohe Wahlbeteiligung von rund 75 Prozent sei für ihn nicht nur Legitimation, sondern auch ein Zeichen gegen vermeintliche Politikverdrossenheit gewesen  – verbunden mit der Hoffnung auf ein reges Engagement bei der Kommunalwahl im März. „Ein Kommunalparlament muss diskutieren und darf auch streiten, wenn am Ende für alle ein gutes Ergebnis herauskommt“, so der 37-Jährige. Der Kompromiss sei schließlich das Wesensmerkmal der Demokratie. „Die Aufgaben, die vor uns liegen, sind so groß wie vielfältig“, betonte Lübeck, dabei mangele es meist nicht an Ideen, sondern an den finanziellen Möglichkeiten.

Der Terminkalender des neuen Rathauschefs ist bereits gut gefüllt, schon in der nächsten Woche soll der Haushalt 2021 eingebracht werden. (Nadine Maaz)

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