Mit Fleischermesser zugestochen

Vor Fuldaer Schwurgericht beginnt Prozess gegen Bosseröder wegen Muttermord

Das Bild zeigt die Statue Justitia als Symbol.
+
Symbolbild Gericht, die Justitia.

Ein 61 Jahre alter Mann aus Bosserode muss sich wegen des mutmaßlichen Mordes an seiner Mutter ab dem kommenden Dienstag, 13. Juli, ab 9.30 Uhr vor dem Schwurgericht in Fulda verantworten.

Fulda – Dem damals 60 Jahre alten Mann wird vorgeworfen, am 10. November 2020, seine 79 Jahre alte Mutter in ihrer Wohnung in Bosserode vorsätzlich getötet zu haben. Insgesamt sind sechs Verhandlungstage anberaumt.

Der Bosseröder habe sich seit Jahren von seiner im selben Haus lebenden Mutter drangsaliert und unterdrückt gefühlt und deshalb den Entschluss gefasst, sie umzubringen, heißt es in der Mitteilung der Staatsanwaltschaft.

In der Tatnacht soll er sich gegen 2.30 Uhr aus seiner Wohnung im ersten Obergeschoss in die im Erdgeschoss gelegene Wohnung seiner Mutter geschlichen und im Schlafzimmer mit einem 20 Zentimeter langen Fleischermesser auf sie eingestochen haben. Der Frau wurden 17 Stich- und Schnittverletzungen im Hals-, Schulter-, Brust-, Oberbauch-, Nacken- und Rückenbereich zugefügt. Sie verblutete innerhalb weniger Minuten.

Der Angeklagte stellte sich nur wenige Stunden nach der Tat selbst bei der Polizei in Rotenburg. In der Wohnung in Bosserode entdeckten Polizeibeamte schließlich die Getötete auf dem Fußboden ihres Schlafzimmers liegend.

Nach seiner polizeilichen Vernehmung, bei der der Bosseröder keine Aussagen zum Tatmotiv machte, wurde er noch am selben Tag auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Fulda dem Haftrichter am Amtsgericht in Bad Hersfeld vorgeführt. Dieser erließ Haftbefehl gegen den Bosseröder. Der Tatverdächtige wurde im Anschluss direkt in die Justizvollzugsanstalt nach Kassel gebracht. Die Staatsanwaltschaft in Fulda hat im März Anklage wegen Mordverdachts gegen den 61-Jährigen erhoben. Ihm wird vorgeworfen, die Tat heimtückisch begangen zu haben. Er habe die Wehrlosigkeit seiner im Bett liegenden Mutter bewusst und feindselig ausgenutzt, heißt es.

Eine fachliche Expertise zu dem Sachverhalt ist in Form eines psychiatrischen Gutachtens ebenfalls erstellt worden.

In dem Wildecker Ortsteil Bosserode hatte die Tat die Menschen schockiert, wie es seinerzeit Ortsvorsteher Armin Körzell bestätigte.

Auch Wildecks Bürgermeister Alexander Wirth konnte sich nicht daran erinnern, dass es in Bosserode in den vergangenen Jahrzehnten eine vergleichbare Tat gegeben hätte. (Mario Reymond)

Strafrecht unterscheidet bei Tötungsdelikten

Das Strafrecht kennt verschiedene Tötungsdelikte. Es wird unterschieden, ob die Tat vorsätzlich oder fahrlässig geschehen ist. Bei Vorsatz – auch bedingtem Vorsatz, wenn man den Tod des Opfers zumindest billigend in Kauf nimmt – spricht man von Totschlag. Wenn Mordmerkmale wie Habgier, Heimtücke oder Befriedigung des Geschlechtstriebs erfüllt sind, von Mord. Bei Fahrlässigkeit kommen fahrlässige Tötung und Körperverletzung mit Todesfolge in Betracht. ( red/rey)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.