Was man bei Weihnachtsfeiern beachten sollte – Tipps vom Fachmann für Etikette

Vorsicht am kalten Büfett

Knigge: Auch am Büfett gilt die Firmenhierarchie. Ein stilvoller Chef lässt den Damen allerdings den Vortritt. Unser Foto ist gestellt. Es zeigt Michael Kugel und Uta Todenhöfer. Archivfoto: Herzog

Hersfeld-rotenburg. Jetzt beginnt die Zeit der Weihnachtsfeiern in den Betrieben. Eine feucht-fröhliche Gelegenheit, dem Chef zu sagen, was man ihm immer schon mal sagen wollte? Oder die Chance, das neue, tief dekolletierte Kleid auszuführen? Besser nicht.

„Betriebliche Weihnachtsfeiern sind kein privates Ereignis, sondern Teil des Jobs“, sagt Michael Kugel, Fachmann für Stil und Etikette in Kassel. Er gibt Tipps und warnt vor Fettnäpfchen rund um die Weihnachtsfeier – damit der Morgen danach nicht peinlich wird.

?Warum darf ich nicht im tief ausgeschnittenen Minikleid feiern?

!Auch bei der Weihnachtsfeier sollte die Kleidung des Mitarbeiters oder der Mitarbeiterin die Stellung im Unternehmen widerspiegeln. Wer viel Haut zeigt, dem kann die fachliche Kompetenz abgesprochen werden. Kompetente Gesprächsbeiträge werden nicht wahrgenommen, wenn zu viel Haut ablenkt.

Und die Erinnerung an einen tiefen Ausschnitt kann auch noch auf das Arbeitsklima am nächsten Tag wirken. Bei der Wahl der Kleidung sollte man authentisch bleiben, nicht in eine andere Rolle schlüpfen.

?Wie halte ich es mit dem Alkohol?

!Seien Sie zurückhaltend. Wer betrunken durch den Kreis der Feiernden schwankt, dem droht Gesichtsverlust. Man wird so auch leicht Thema im Unternehmensklatsch. Auch das passt nicht zum Bild des kompetenten Mitarbeiters. Unter Alkoholeinfluss lässt man sich auch oft zu etwas verleiten, was man später bereut – vielleicht muss man danach Leute duzen, die man nicht ausstehen kann.

?Lasse ich dem Chef den Vortritt am Büfett?

!Auch bei der Weihnachtsfeier gilt die betriebliche Hierarchie, also hat der Chef grundsätzlich den Vortritt. Stilvoll seitens des Chefs wäre es, Mitarbeiterinnen, also den Damen, den Vortritt zu lassen.

?Darf ich einen Korb geben, wenn jemand mit mir tanzen will, ich aber nicht mit ihm?

!Ja, das darf man. Aber mit Stil und so, dass der Abgeblitzte dabei nicht das Gesicht verliert. Also lieber sagen, „ich möchte jetzt nicht“ oder „ich möchte nicht zu diesem Lied tanzen“ als „ich möchte nicht mit dir/Ihnen tanzen“. Man sollte dann auch ein, zwei Musikstücke mit dem Tanzen aussetzen, damit der Abgeblitzte nicht verletzt wird.

?Wie lange kann ich feiern?

!Nicht länger als der Chef, eher sollten Sie vor ihm nach Hause gehen. Es sei denn, er verabschiedet sich sehr früh und kündigt an, dass er die Getränke zahlt, die bis zu einer bestimmten Uhrzeit konsumiert werden.

?Was macht man bei unerwünschten Annäherungsversuchen?

!Auch hier gilt es, den Gesichtsverlust des anderen zu vermeiden. Man sollte ihn/sie beiseitenehmen und freundlich erklären, dass man an einer Vertiefung der Beziehung nicht interessiert ist. Man braucht Fingerspitzengefühl, denn gekränkte Eitelkeit des Gegenübers kann auch negative Folgen im Beruf haben.

?Darf man am nächsten Morgen fröhlich in der Teeküche über Kollegen ablästern?

!Auf keinen Fall. Schweigen ist Gold nach einer betrieblichen Weihnachtsfeier. Und immer daran denken: Wer schlecht über andere redet, gilt auf Dauer nicht als wirklich sympathisch.

Von Silke Schäfer-Marg

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