„Luxussituation“ bei der CDU

CDU berät über neue Führung in Hamburg:  Stimmen aus dem Kreis Hersfeld-Rotenburg

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Hersfeld-Rotenburg. Die Diskussion um den Parteivorsitz der CDU beflügelt auch die Christdemokraten im Landkreis Hersfeld-Rotenburg.

 Alle befragten örtlichen CDU-Politiker sind sich einig, dass die Debatte der Partei guttut, und dass mit Annegret Kramp-Karrenbauer – kurz AKK, Friedrich Merz und Gesundheitsminister Jens Spahn drei starke Kandidaten zur Wahl stehen.

Einer, der ab heute beim Parteitag in Hamburg auch wirklich mitwählen darf, ist CDU-KreisvorsitzenderTimo Lübeck . Er spricht von einer „Luxussituation“, mit drei solchen Kandidaten antreten zu können, die alle geeignet wären. „Die SPD würde Luftsprünge machen, wenn sie in einer solchen Situation wäre.“ Lübeck will seine Stimme dem etwa gleichalten Jens Spahn geben, „weil unsere Generation Verantwortung übernehmen muss“ und Spahn ein klarer Analytiker und moderner Konservativer sei. Egal wer das Rennen mache: „Die CDU-Mitglieder haben keine Lust, auf Streit zwischen der Kanzlerin und der Parteiführung“, stellt Lübeck klar.

Trotz des Altersunterschieds will Andreas Börner aus Rotenburg, als zweiter Delegierter des Kreises, der stellvertretender JU-Landesvorsitzender ist, seine Stimme Friedrich Merz geben. „Es ist wichtig, dass jemand von außen kommt, AKK ist Angela Merkel zu ähnlich“, findet Börner. Die Partei aber brauche Veränderungen, weil sie etwas festgefahren sei. „Jens Spahn bekommt auch noch in ein paar Jahren seine Chance“, meint Börner.

Die Landtagabgeordnete im Wahlkreis Rotenburg, Lena Arnoldt, hingegen favorisiert Annegret Kramp-Karrenbauer: „Ich würde mich freuen, wenn wieder eine Frau an der Spitze der CDU stehen würde.“ AKK habe in den vergangenen Wochen als Generalsekretärin bewiesen, dass sie eine Partei führen könne, und habe ihre eigenen Interessen, denen der CDU untergeordnet“, sagt Lena Arnoldt, die selbst aus privaten Gründen nicht am Parteitag teilnehmen kann.

Der CDU-Fraktionschef im Kreistag Herbert Höttl aus Bebra sagt: „Mein Favorit ist Friedrich Merz, denn seine Rückkehr auf die bundespolitische Ebene ist das wichtige Signal, dass die CDU zum jetzigen Zeitpunkt braucht.“ Er hoffe, dass Merz dann auch wieder Themen in den Vordergrund rücke, die die Menschen im Land bewegen. „Unsere Anhänger sind verunsichert, wofür wir als CDU eigentlich stehen.“ Merz habe in den vergangenen Tagen eben jene Probleme couragiert angesprochen, über die geredet werden müsse und allein durch seine Kandidatur dazu beigetragen, die politische Diskussion zu beleben.

Der Vorsitzende der Jungen Union im Kreis, Lukas Manske(22) aus Schenklengsfeld, will sich nicht festlegen. „Die zur Wahl stehenden Kandidaten sind alle gut geeignet“, erklärt er, die JU in Hessen stimme sich derzeit noch ab, welchen Kandidaten sie unterstützt. „Egal wer am Ende gewählt wird, er oder sie wird nicht nur für eine personelle Erneuerung stehen, sondern auch frischen Wind und einen neuen Politikstil in die CDU bringen.“

Auch Landrat Dr. Michael Kochhält sich bedeckt und möchte die Entscheidung den Delegierten überlassen. Er selbst ist übrigens nicht Delegierter auf der CDU-Landesliste und wird deshalb nicht am Parteitag in Hamburg teilnehmen. (kai)

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