Mit Zuversicht und roter Eiscreme

Wahlkampfauftakt der SPD: Staatsminister Michael Roth startet am Bad Hersfelder Lullusbrunnen

Michael Roth beim Wahlkampfauftakt in Bad Hersfeld vor seinem persönlichen Wahlslogan: „Wo die Zuversicht zuhause ist“. In der Hand hält er ein Eis, dass es nicht nur für ihn, sondern auch für alle Zuhörer gratis gab.
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Zuversicht in schwierigen politischen Zeiten: Michael Roth präsentierte beim Wahlkampfauftakt in Bad Hersfeld seinen persönlichen Wahlslogan „Wo die Zuversicht zuhause ist“. Für die Zuhörer - und auch für ihn - gab’s Eis.

Mit dem Slogan „Wo die Zuversicht zuhause ist“ zieht der SPD-Bundestagsabgeordnete und Staatsminister für Europa Michael Roth in den Wahlkampf.

Bad Hersfeld – Zuversicht braucht die Sozialdemokratie angesichts eher mäßiger Umfrageergebnisse. Michael Roth indes hat in seinem Wahlkreis bislang stets das Direktmandat errungen und stellte deshalb auch beim Wahlkampfauftakt am Bad Hersfelder Lullusbrunnen Zuversicht unter Beweis. Trotz des durchwachsenen Sommerwetters hatte der SPD-Politiker einen Eiswagen auf den Platz vor dem Rathaus bestellt und wählte selbst die Sorte Heidelbeer – natürlich, es war das einzige rote Eis.

Als „sturmerprobt seit 1863“ bezeichnete Roth dann vor knapp 30 Zuhörern seine SPD, um danach schnell politisch zu werden. „Mit mir wird es keinen weiteren Lockdown mehr geben, nur weil sich eine kleine Minderheit der Bevölkerung nicht impfen lassen will“, sagte er beispielsweise, verteidigte aber zugleich die harten Einschnitte, die die schwarz/rote Bundesregierung in der Corona-Zeit beschlossen hatte.

„Wir hatten zunächst keine anderen Mittel.“ Jetzt aber gebe es genug Impfstoff, weshalb er an alle Bürger appellierte, die Impfangebote auch anzunehmen. Passend zum 1. August, dem Ausbildungsstart in den meisten deutschen Betrieben, lobte er die von der SPD durchgesetzte Ausbildungsplatzmindestverordnung, die jedem Azubi ein Grundgehalt von mindestens 550 Euro zusichert. „Die betriebliche Ausbildung ist das Rückgrat unseres industriellen Erfolgs“, sagte Roth und lobte alle Betriebe die trotz schwieriger Rahmenbedingungen immer noch selbst ausbilden.

Roth kündigte an, dass auch der SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz – wie auch viele andere hochrangige SPD-Politiker – im Wahlkampf in den Wahlkreis kommen werden. Zum Kanzlerkandidaten der Union sagte er: „Armin Laschet wollte ja nicht mal die CDU hier im Kreis.“ Und zur Grünen-Spitzenkandidatin Annalena Baerbock bemerkte Roth, „es ist keine Lässlichkeit am eigenen Lebenslauf rumzudoktern“. Auf seine neun Kontrahenten vor Ort im Ringen um das Direktmandat ging Roth hingegen nicht weiter ein. Er sagte lediglich, er freue sich über jeden Demokraten, der sich zur Wahl stellt. Er selbst wolle aber im Wahlkampf hart um Argumente ringen, und hoffe dabei auf faire Debatten mit Niveau. Am Ende des rund zwanzig-minütigen Wahlkampfauftakts hatte sich zumindest die Zuversicht bewahrheitet. Es war trocken geblieben und der Eiswagen wurde viele leckere Kugeln los – übrigens nicht nur in Rot.

Von Kai A. Struthoff

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