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Waldbrände nehmen zu: Erste Alarmstufe auch im Kreis Hersfeld-Rotenburg

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Von: Lea-Sophie Mollus

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An der Grenze von Sontra und Nentershausen kam es Anfang Juli 2022 zu einem Waldbrand.
An der Grenze von Sontra und Nentershausen kam es Anfang Juli 2022 zu einem Waldbrand. © TVnews-Hessen

Die Temperaturen steigen – und damit die Brandgefahr in Wäldern, auf Feldern und Wiesen.

Hersfeld-Rotenburg – Erst in dieser Woche war es in der Region zu kleineren Waldbränden gekommen: Am Mittwoch brannte es nahe Lüdersdorf und am Dienstag war im Waldgebiet Burgholz zwischen Philippsthal und Harnrode ein kleineres Feuer entfacht.

Vor einem Monat brannte bei Nentershausen eine Fläche von etwa einem Hektar. Zu dem bisher größten Waldbrand in der Region kam es 2019 im Seulingswald. Damals kämpften 400 Einsatzkräfte gegen ein Feuer, das 70.000 Quadratmeter Wald zerstörte. Solche Szenarien sind laut Hans-Werner Führer vom Forstamt Rotenburg keine Seltenheit mehr. Man müsse sich daran gewöhnen.

Begonnen 2018 mit Sturm Friederike war seitdem jeder Sommer sehr trocken und heiß, so Führer. Während eine erhöhte Waldbrandgefahr vorher noch für drei bis vier Wochen im Frühjahr galt, müssen Forstämter und Feuerwehren inzwischen von April bis Oktober in Alarmbereitschaft sein.

Der Einsatz bei Lüdersdorf war für die Feuerwehr Bebra der bisher zehnte Wald- und Flächenbrand in diesem Jahr, so Stadtbrandinspektor Mike Heckroth. Solche Einsätze nähmen zu, sagt auch er.

„Es ist im Moment eine Katastrophe im Wald“, sagt Kersten Eidam vom Bad Hersfelder Forstamt. Durch die geringen Niederschläge sei der Boden bis tief ins Erdreich ausgetrocknet und wegen Stürmen und Borkenkäfern liegen überall im Wald kleine Äste. „Das ist wie ein vorbereitetes Lagerfeuer. Schon der kleinste Funke führt zu einem starken Brand.“

Bürger zu besonderer Vorsicht aufgerufen

Aktuell gilt in Hessen mit Stufe A die erste von zwei Alarmstufen. Es wird zu besonderer Vorsicht aufgerufen, „sonst ist es ein Spiel mit dem Feuer“, sagt Hans-Werner Führer vom Rotenburger Forstamt. Konkret bedeutet das: Im Wald nicht grillen oder rauchen, nicht in Waldnähe parken, da es auf dem trockenen Boden durch heiße Katalysatoren und Bremsscheiben schnell brennen kann, und Waldeinfahrten freihalten, damit die Feuerwehr im Notfall durchkommt.

Waldhessen ist von Mischwäldern geprägt, was laut dem stellvertretenden Kreisbrandinspektor Martin Orf ein geringeres Risiko als in Nadelwäldern bedeutet, die durch das viele Harz stärker gefährdet seien. Eine große Rolle spiele aber auch der Wind, der für die Ausbreitung von Feuer sorgt.

Zwar komme es auch durch natürliche Gegebenheiten wie Blitzschlag zu Waldbränden, häufiger würden diese laut Orf jedoch durch Menschen verursacht, etwa durch weggeworfene Zigaretten. (Lea-Sophie Mollus)

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