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Waltraud Ring-Körtel stellt ihre Figurensammlung in Rotenburg aus

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Von: Jenny Breiding

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Waltraud Ring-Körtel und ihr Mann Karl-Ulrich Körtel sammeln Miniatur-Figuren
Waltraud Ring-Körtel und ihr Mann Karl-Ulrich Körtel sammeln Miniatur-Figuren © Jenny Breiding

Mit einem Räuchermännchen ihres Onkels aus den 60er Jahren begann Waltraud Ring-Körtels Leidenschaft, kleine Figuren zu sammeln. Auch ihre Tochter, die sich schon im Kindesalter für sich drehende Miniatur-Pyramiden begeisterte, schloss sich der Liebe zu Miniaturen an. „Da haben wir immer mehr von den Pyramiden gekauft und richtig angefangen zu sammeln“, sagt Ring-Körtel.

Rotenburg – Doch Nussknacker und Räuchermännchen gehören zu ihren Lieblingsfiguren. „Sie sind mit so vielen Details ausgestattet, das macht sie allerliebst“, sagt sie erfreut, während sie auf verschiedene Farben, Formen und Details hinweist. Weil der Duft der Räuchermännchen auf Weihnachten einstimme, wären auch ihre drei Kinder von Anfang an im Räuchermännchen-Fieber gewesen. „Mittlerweile sind es ungefähr 400 Nussknacker und etwa 600 Räuchermännchen“, sagt sie stolz. Die eine Hälfte dieser beeindruckenden Sammlung stehe bei ihr zu Hause, die andere im Spielzeug- und Puppenmuseum in Rotenburg, das 1997 von Alfred Wächter ins Leben gerufen wurde.

Gemeinsam besuchte die Familie unzählige Flohmärkte, um immer mehr Figuren zu erstehen. Und das Spielzeugdorf Seiffen im Erzgebirge bot nach der Wende eine gute Möglichkeit, dieser Leidenschaft nachzukommen. Besonders Karl-Ulrich Körtel schwärmt von den Adventswochenenden in Seiffen, an denen die Menschenmengen kistenweise Schwippbögen „wegschleppen“ würden. „Da ist kein Durchkommen“, sagter begeistert.

Durch die jahrzehntelange Sammel-Aktivität kennt das Ehepaar viele Manufakturen und Hersteller, zu denen sie anfangs noch ins Wohnzimmer oder die Werkstätten kommen mussten, um Bestellungen aufzugeben. Ring-Körtel erinnert sich an eine Figur, die sie einmal für 199 D-Mark gekauft hat. „Das war nicht wenig Geld“, sagt sie.

Doch auch die Preise der Sammelstücke sind mit der Zeit nicht niedriger geworden. Als der Verkauf der Figuren kommerziell wurde, wurden aus den Wohnzimmern große Läden mit vielen Handwerkern, erzählen die beiden.

Auch die aktuellen Krisen zeigen ihre Wirkung. „Wie alles momentan, sind auch die Figuren deutlich teurer geworden“, sagt Körtel. Auf den Flohmärkten könne man aber gut handeln und trotz steigender Preise zum Schnäppchenjäger werden. Ein anderes Mal habe das Ehepaar sich eine eigene Pyramide mit den vier Jahreszeiten anfertigen lassen. Weil sie auch Drachen fliegen, standen Figuren als Abbilder ihrer selbst auf der Herbstwiese mit dem Lieblingsdrachen Rudi.

Eines Tages schließlich besuchten sie die Ausstellung „Miniaturen fürs Kinderzimmer“ und erspähten doch prompt den Prototypen ihrer Figuren in der Ausstellung. „Das war sehr witzig, aber der Widererkennungswert war natürlich nur bei uns da“, sagt Waltraud Ring-Körtel lachend.

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