„Was gibt es Schöneres?“

Manfred Maaß hat gleich zwei Goldene Meisterbriefe

Manfred Maaß hat zwei Meistertitel, und das seit über 50 Jahren. Er ist Augenoptikermeister und Hörgeräteakustikermeister. Aus dem aktiven Geschäft hat er sich zurückgezogen, seinem Sohn und Nachfolger Michael steht er aber zur Seite. Bei einem Festakt vor gut einem Jahr wurde der 83-jährige Doppel-Meister geehrt.
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Manfred Maaß hat zwei Meistertitel, und das seit über 50 Jahren. Er ist Augenoptikermeister und Hörgeräteakustikermeister. Aus dem aktiven Geschäft hat er sich zurückgezogen, seinem Sohn und Nachfolger Michael steht er aber zur Seite. Bei einem Festakt vor gut einem Jahr wurde der 83-jährige Doppel-Meister geehrt.

Viel hat sich in 50 Jahren verändert, trotzdem würde Manfred Maaß seinen Beruf wieder wählen. Denn: „Was gibt es Schöneres, als den Menschen zum Sehen und Hören zu verhelfen?“

Bad Hersfeld - Der 83-Jährige weiß wovon er spricht, schließlich hat er nicht nur viele Jahre sowohl als Augenoptiker als auch als Hörgeräteakustiker – heute Hörakustiker – gearbeitet. Er hat auch gleich in beiden Berufen einen handwerklichen Meistertitel, und das inzwischen schon über ein halbes Jahrhundert lang, wie er nicht ohne Stolz auf seine zwei Goldenen Meisterbriefe erzählt.

„Das 50-jährige Meisterjubiläum ist schon recht selten, aber noch seltener kommt es in zwei Berufen vor“, erklärt der Augenoptikermeister und Hörgeräteakustikermeister. Als solcher sei er überdies einer der Ersten in ganz Deutschland gewesen, denn diesen Handwerksberuf gibt es formal erst seit 1965. Seit 1972 findet die Ausbildung zentralisiert am Campus Hörakustik in Lübeck statt.

Maaß bildete sich damals in verschiedenen Fachseminaren weiter, unter anderem an der HNO-Klinik Würzburg. Auch Fachgeschäfte gab in diesem Bereich zunächst nicht. Hörgeräte wurden auf sogenannten Sprechtagen verkauft, die zum Teil auf Märkten oder in Gaststätten stattfanden, wie sich der 83-Jährige schmunzelnd erinnert. Manfred Maaß kommt aus Eutin in Schleswig-Holstein, wo er von 1955 bis 1958 auch seine Lehre als Optiker absolvierte, die Meisterprüfung zum staatlich anerkannten Augenoptiker legte er 1964 in Berlin ab.

Die Stellenanzeige in einem Fachmagazin lockte ihn schließlich nach Bad Hersfeld, wo er sieben Jahre lang als leitender Meister in einem Fachgeschäft arbeitete, bevor er sich 1973 gemeinsam mit einem Kollegen an der Dudenstraße selbstständig machte. 1986 zog das Geschäft nach umfangeichen Renovierungsarbeiten ein paar Meter weiter an den heutigen Standort Dudenstraße 1. Inzwischen gibt es weitere Filialen am Markt, in Heringen und Bad Salzungen. Rund 15 Mitarbeiter gehören aktuell zum Team.

Auf einen Hinweis des Arbeitsamtes hin sei er als junger Mann zu seinem späteren Traumberuf gekommen, berichtet Manfred Maaß – „ich komme aus einem Beamtenhaushalt, mein Vater war Lehrer.“ 23 Mark betrug das erste monatliche Lehrlingsgehalt. Bei der Bewerbung war er damals einer von vielen, heute hätten die meisten Fachgeschäfte Probleme, Auszubildende zu finden.

In seine Fußstapfen ist längst Sohn Michael Maaß getreten. „Für mich war das immer klar, aber nie ein Zwang“, sagt dieser. Auch er hat gleich zwei Meistertitel und schätzt die Vielseitigkeit der Augenoptik und der Hörakustik: Technik trifft auf Handwerk und dazu kommt der Kontakt zu Menschen. Aus der Konkurrenz von großen Filialisten und dem Internet müsse man das Beste machen, betonen beide.

Aus dem aktiven Geschäft hat sich Manfred Maaß Schritt für Schritt zurückgezogen, mit Rat und Tat steht er seinem Sohn Michael aber immer noch gerne zur Seite. Die gerahmten Urkunden zum 50-jährigen Jubiläum hängen im heimischen Büro. „So freue mich jeden Tag, wenn ich sie sehe“, erklärt der Doppel-Meister. „Denn es stecken viel Arbeit und Schweiß dahinter.“

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