Nächtlicher Räuber hat sich stark vermehrt und sorgt für Probleme

Waschbär bedroht seltene Tierarten

Hersfeld-Rotenburg. Der Waschbär entwickelt sich immer mehr zur Plage – nicht nur für die Menschen in den Wohngebieten.

Er bedroht auch geschützte seltene Amphibien und Vögel, Frösche und die Sumpfschildkröte ebenso wie Graureiher oder Kiebitz in der Fuldaaue. Naturschützer und Jäger sprechen sich inzwischen gemeinsam für die Abschaffung der langen Schonzeit aus, die erst seit diesem Jahr in Hessen gilt. Sind Waschbären unter dem Dach oder in der Scheune eingezogen, wird meist der zuständige Jäger gerufen. Aber mit der Schonzeit sehen die Jäger kaum noch eine Möglichkeit, die Zahl der Waschbären wieder zu senken.

Erlegen dürfen die Jäger die Tiere in Wohngebieten zu keiner Zeit, während der Schonzeit auch nicht außerhalb. Die Waschbären müssen mit Lebendfallen gefangen werden. Eine andere Möglichkeit sind Schädlingsbekämpfer wie Marco Landow aus Bad Hersfeld. Waren seine Einsätze vor fünf Jahren noch selten, rückt er inzwischen mehrmals pro Woche aus, um Waschbären zu vergrämen, die unter Hausdächern Quartier bezogen haben, die Dämmung zerstören, Kot und tote Tierkadaver hinterlassen.

Die Säugetiere fressen Fische aus Gartenteichen, suchen Nahrung in Müll- und Biotonnen, auf dem Komposthaufen, sie nehmen Gelbe Säcke auseinander – dasselbe Bild in Rotenburg, Bad Hersfeld oder Bebra-Breitenbach. Aber auch die Naturschützer haben zunehmend Probleme mit dem cleveren Säugetier. Heimische Arten seien bedroht, erklärt Umweltberater Heinrich Wacker. Er spricht sich für ein Überdenken der Schonzeit aus – ebenso wie der Jäger und ehemalige Leiter des Eichhofs in Bad Hersfeld, Klaus Reinhardt. Als massiven Räuber bezeichnet auch Walter Gräf, einer der Gründerväter des Naturschutzgebiets Rhäden, den Waschbären. (ank)

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Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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