Badespaß oder Rohrbruch in Alheim?

Woher das Wasser für den Pool nehmen? Was Gartenbesitzer wissen sollten

Das Bild zeigt eine Unterwasseraufnahme: Zwei Mädchen tauchen bei Sommerwetter durch ein blaugekacheltes Schwimmbecken.
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Manchmal mehrere 1000 Liter über Nacht: Die moderne Fernwirkanlage in Alheim zeichnet gelegentlich ungewöhnlich hohen Wasserverbrauch an – auch, weil immer mehr Alheimer einen Pool im Garten haben.

Wer in Alheim seinen großen Pool im Garten füllen will, soll sich seit Kurzem zuvor bei der Gemeinde melden. Hintergrund ist eine sensible Fernwirkanlage . Und Sorgen um die Wasserqualität.

Alheim – Gibt es einen Rohrbruch oder befüllen nur gerade einige Anwohner in Alheim ihren Pool im Garten? Diese Frage muss sich Wassermeister Marlon Petrus stellen, wenn über Nacht einige Tausend Liter mehr verbraucht werden als üblich. Eine hochmoderne Fernwirkanlage meldet seit diesem Sommer ungewöhnlich hohe Wasserdurchflussmengen. Bürgermeister Georg Lüdtke sagt: „Wenn die Anlage einen Rohrbruch melden würde, würde der unter Umständen kostenintensiv erfolglos gesucht werden.“

Privater Pool im Garten: Wasserentnahme hat Auswirkungen

Bürger- und Wassermeister weisen auf das Problem hin, weil mittlerweile viel mehr Alheimer einen Pool im Garten haben als noch vor 15 Jahren. Das sei durch die heutzutage sehr günstigen Plastikkonstruktionen so gekommen. Aber: „Jede größere Wasserentnahme führt zu kurzfristigen Druckschwankungen, was die Trinkwasserqualität gefährden kann“, erklärt Lüdtke.

Die Wasserversorgung in Alheim wird mit sieben Quellen, drei Tiefbrunnen, fünf Pumpstationen und sieben Hochbehältern gewährleistet. Dank der neuen und rund 70.000 Euro teuren Fernwirkanlage können nun Prozesse automatisiert werden, die vorher manuell per Knopfdruck angestoßen werden mussten.

Zu viel Wasser? Bauhof und Freiwillige Feuerwehr befüllen keine Pools mehr

„Zum Beispiel kann man festlegen, dass aus einer Quelle acht Kubikmeter Wasser stündlich eingespeist werden. Bislang gab es nur ganz oder gar nicht: Es waren entweder 15 Kubikmeter oder null“, erklärt Petrus. Die intelligente Steuerung der Wasserversorgung führt für die Kommune laut Lüdtke zu Kosteneinsparungen. So könne nun auch besser gewährleistet sein, dass die Pumpen vor allem tagsüber laufen, wenn sie über die Solaranlagen mit günstigem Strom versorgt werden können.

Einer von sieben in Alheim: Unser Bild zeigt Wassermeister Marlon Petrus und Bürgermeister Georg Lüdtke (rechts) vor einem Hochbehälter in Heinebach.

Im Zusammenhang mit der Badesaison weist der Bürgermeister auch darauf hin, dass weder der Bauhof noch die Freiwillige Feuerwehr Schwimmbecken befüllen. Außerdem betont er, dass für das Wasser aus dem Pool auch Abwassergebühren fällig werden.

Wasser für den Pool: Keine Genehmigung sondern Information

„Es wird in der Regel mit Chemikalien keimfrei gehalten. Deswegen darf es nicht im Garten versickern, sondern muss in die Kanalisation“, sagt Lüdtke. Deswegen sei es auch nicht zulässig, für die Befüllung privater Schwimmbäder den Gartenwasserzähler zu verwenden. Das Befüllen eines 5000-Liter-Pool kostet in Alheim rund 30 Euro – inklusive Abwasser.

Wer mehr als 5000 Liter in einen Pool einlassen möchte, soll künftig beim Wassermeister Bescheid geben. Es geht ausdrücklich nicht um eine Genehmigung, sondern lediglich darum, die Gemeinde zu informieren. Das geht unter Telefon 0173/25 17 209. (Christopher Ziermann)

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