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Pfarrerin Nelli Michels geht in Haunetal mit der Kirche auf Tour

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Von: Laura Hellwig

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Das Bild zeigt Pfarrerin Nelli Michels in der Kirche in Haunetal-Wehrda
Schwieriger Start: Pfarrerin Nelli Michels kennt ihre Gemeinde nur unter Corona-Bedingungen. © Laura Hellwig

Mitten in der Corona-Pandemie ist Pfarrerin Nelli Michels neu ins Haunetal gekommen. In der ungewöhnlichen Situation beweist sie Ideenreichtum und Engagement.

Wehrda – Der Besuch der Wehrdaer Kirche ist eine Reise in die historische Vergangenheit des Haunetaler Ortes. Und die Geschichte des Dorfes und des Gotteshauses als Patronatskirche lebt bis heute fort. Gleichzeitig ist mit Nelli Michels eine neue, junge Pfarrerin ins Haunetal gekommen, die in der besonderen Zeit der Corona-Pandemie Ideenreichtum und Engagement beweist.

Als ich hierher kam, habe ich eine sehr aktive Gemeinde vorgefunden“, freut sich Michels.

Dass Nelli Michels 2020 überhaupt ins Pfarrhaus eingezogen ist, verdankt sie dem Einsatz ihrer Gemeinde. Allein die Tatsache, dass ein Viertel der Pfarrstelle durch Spenden finanziert wird, macht es möglich, dass die Pfarrerin vor Ort leben und arbeiten kann. Das wäre nicht der Fall, gäbe es wie ursprünglich vorgesehen nur eine halbe Stelle für das Pfarramt Wehrda-Rhina.

Im Gegensatz zu der in den letzten Jahren häufiger wechselnden Besetzung der Pfarrstelle, ist das Amt des Patronats eine feste Konstante in der Kirchengemeinde. Seit 2004 wird dieses von Tim Freiherr von Campenhausen bekleidet. „Als Patron versuche ich, den weltlichen Ansprüchen der Kirche gerecht zu werden. Man könnte das Amt aber auch als Traditionsüberbleibsel betrachten“, so Campenhausen. „Ich sehe in diesem Amt eine wichtige beratende Funktion und eine Überlieferung der Historie“, sagt Pfarrerin Nelli Michels.

Im Hier und Jetzt wird das Leben in den Kirchen in Wehrda und Rhina – ebenso wie alle anderen Lebensbereiche – stark von den Auflagen der Corona-Pandemie beeinträchtigt. So musste Michels, die mitten in der zweiten Corona-Welle im November 2020 ihre Arbeit begann, alternative Gottesdienst-Formate erarbeiten.

„Die Kirche ist in dieser Zeit mit den Gottesdiensten zu den Menschen gekommen“, erzählt die Pfarrerin. Dank dieser mobilen Gottesdienst-Tour konnten auch die kleineren Dörfer Schletzenrod und Wetzlos, die keine eigenen Kirchen haben, besser miteinbezogen werden.

Wenn die strengen Auflagen eines Tages endlich wegfallen sollten, möchte Pfarrerin Michels ein großes Gemeindefest feiern, erzählt sie. „Wir wollen wieder mit vielen Menschen in der Kirche zusammenkommen.“ Noch wolle man aber nichts riskieren: Zu viele Opfer habe die Pandemie im Haunetal bereits gefordert. (Laura Hellwig)

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