Reise zur Weihnachtsfeier

Weihnachten in Rotenburgs Partnerstadt Argentan: Die Familie trifft sich

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Rotenburg/Argentan. Wie wird Weihnachten bei den europäischen Freunden gefeiert? Wir haben über die Partnerschaftsvereine in Bebra und Rotenburg nachfragen lassen. Heute ein Bericht aus Rotenburgs Partnerstadt Argentan.

Ah, die Magie von Weihnachten: Dieser feierliche Zeitraum im Jahr, indem die Familie zusammenkommt, die Kinder ungeduldig in Erwartung ihrer Geschenke sind, die Städte im Lichterglanz erstrahlen, die Erwachsenen zunehmen und die Geschäfte … ihren Reibach machen. 

Die Familie Vallet-Renard ist eine „klassische“ Familie. Verstreut in vier Ecken des „Hexagons“ (so bezeichnen die Franzosen selbst ihr Land, wegen der Form eines Sechsecks) ist Weihnachten einer der beiden Gelegenheiten im Jahr, um wieder zusammen zukommen. (Der andere Grund ist der Sommerurlaub.) 

Dieses Jahr feiern wir die Stunde der Geburt Christi und den Weihnachtstag in der Bretagne in der Nähe von Quimper auf der „mütterlichen“ Seite der Familie.

 Das ist ungefähr 350 Kilometer von zu Hause entfernt. Wir treffen uns alle bei der Großmutter mit unseren drei Kindern, einer Tante, unseren Brüdern und Schwägerinnen und ihren Mädchen. Sie reisen extra aus Korsika mit dem Flugzeug an, um die Feiertage mit uns zu verbringen. Insgesamt werden wir 13 Personen sein, und wir können immerhin fast eine Woche zusammen sein. 

Das weihnachtliche Ritual ist gut eingeführt und wie so oft in Frankreich, dreht es sich um das Essen. Es ist eine gute Gelegenheit, sich mit nicht alltäglichen Köstlichkeiten eine Freude zu machen: Gänseleber, Lachs, St. Jaques-Muscheln stehen auf der Speisekarte. Das Ganze nach einem Aperitif, der nichts zu wünschen übrig lässt. 

In unserer Familie essen wir keine Schnecken, obwohl diese - mit ihrer delikaten Petersiliensoße und mit Knoblauch - ebenfalls eine Spezialität für Feiern sind. Im Gegensatz zur weit verbreiteten Meinung sind nicht alle Franzosen Liebhaber dieser „Schalentiere“. 

„La Buche de Noel“ ist das traditionelle Weihnachtsdessert, obwohl man auch Varianten akzeptiert. Zum Aperitif ist Champagner Pflicht und zum Essen wählt man gewöhnlich Wein als Begleiter. In der Familie erscheint so gegen Mitternacht der Weihnachtsmann (Père Noel) verstohlen im Garten. In diesem Moment verstecken sich alle in einem Zimmer, ungeduldig darauf wartend, dass der alte, gutmütige Mann sein Werk vollbringt und die Geschenke am Fuße des Weihnachtsbaumes ablegt. 

Am Ende dieser Prozedur und nachdem von einem Erwachsenen ein Zeichen gegeben wurde, strömen die Kinder, die Augen weit aufgerissen vor Erstaunen, zu ihren Geschenken. Unsere Familie ist atheistisch. Während viele andere sich zur Mitternachtsmesse treffen, bevorzugen wir es, gemütlich zu Hause Momente des Glücks zu genießen. Der nächste Tag ist ein Feiertag. Das erlaubt es uns, spät aufzustehen und uns zu erholen. Und dann geht es wieder los zu einer Tour auf der wieder viele leckere Gerichte auf uns warten… 

Stichwort: 

Die Bûche de Noël, auch Weihnachtsbaumstamm, Weihnachtsscheit, Julscheit oder Bismarckeiche genannt, ist ein traditionelles Weihnachtsgebäck aus Frankreich und anderen französischsprachigen Ländern. Dort wird es traditionell als Dessert des Weihnachtsessens serviert. 

Die Bûche de Noël besteht aus einem rechteckigen Biskuitboden (Génoise), der mit Schokoladen-Buttercreme gefüllt und aufgerollt wird. Ein Ende wird abgeschnitten und seitlich angesetzt, um das Aussehen eines Baumstamms anzudeuten. Ebenso wird die äußere Cremeschicht rillenartig verziert, um die Borke nachzuahmen. 

Oft werden noch Pilze (aus Marzipan), Baiser oder Fondantblätter und Beeren als Dekoration hinzugefügt. (nach Wikipedia)

Von Serge Vallet (bearbeitet von Silke Schäfer-Marg)

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