1. Startseite
  2. Lokales
  3. Rotenburg / Bebra

Weitere Reaktionen auf Schnellbahntrasse durch Bad Hersfeld: „Booster für die Stadt“

Erstellt:

Von: Nadine Meier-Maaz

Kommentare

Das Archivfoto zeigt einen ICE, der in den Bahnhof von Bad Hersfeld einfährt
Nächster Halt: Bad Hersfeld. Auch künftig, nach dem Bau der neuen Schnellbahntrasse, sollen ICEs in der Kreisstadt halten. Zudem soll die Fahrzeit verkürzt werden. © Karl Schönholtz

Auch die SPD Bad Hersfeld, der NVV, der Fahrgastverband Pro Bahn & Bus und die GDL-Ortsgruppe Bebra begrüßen den Bau der Schnellbahntrasse mit Halt in Bad Hersfeld.

Bad Hersfeld – Mit Freude und Erleichterung zur Kenntnis genommen worden ist die Entscheidung für die Hersfeld-Variante beim Bau der neuen Schnellbahnstrecke Fulda-Gerstungen schon am Freitag von diversen Betroffenen und Beteiligten. Sowohl Bad Hersfelds Bürgermeister Thomas Fehling als auch SPD-Bundestagsabgeordneter Michael Roth, Haunetals Bürgermeister Timo Lübeck und das Aktivbündnis für Waldhessen begrüßten den Trassenverlauf mit ICE-Halt in Bad Hersfeld. So reagieren weitere Akteure auf die Pläne der Bahn:

SPD Bad Hersfeld

„Dass unser Bahnhof auch in Zukunft ICE-Halt sein wird, ist eine zentrale Weichenstellung für die Verkehrsentwicklung in Bad Hersfeld“, sagt der Bad Hersfelder SPD-Chef Karsten Vollmar. „Die Stadt bleibt damit attraktiv für Pendler nach Nordhessen und in das Rhein-Main-Gebiet, das wird unsere Standortqualitäten stärken und Zuzug generieren.“ Zudem sei die Entscheidung auch ein Ergebnis der Geschlossenheit der Bad Hersfelder Stadtpolitik, die einmütig an einem Strang gezogen habe.

Die SPD selbst habe zwei Resolutionen im Stadtparlament eingebracht: 2016 gegen die geplante Trasse durch den Kurpark und 2019 mit einem klaren Bekenntnis zum ICE-Halt in Bad Hersfeld und gegen einen Fernverkehrshalt auf der grünen Wiese. Beide seien einstimmig beschlossen worden. Alle Parteien und Fraktionen hätten in dieser Frage mit einer Stimme gesprochen und seien ebenfalls aktiv geworden. Letztlich hätten zahlreiche Akteure aus Politik und Bürgerschaft an „dieser wegweisenden Entscheidung für Bad Hersfeld und die Region“ mitgewirkt. Für all jene sei der ICE-Halt in Bad Hersfeld nun ein klarer Erfolg.

Nordhessischer Verkehrsverbund (NVV)

Auch der Geschäftsführer des Nordhessischen Verkehrsverbunds (NVV) Steffen Müller freut sich über die Entscheidung: „Ich gratuliere meiner ‘alten Heimat’ zu dieser Jahrhundert-Entscheidung. Das wird ein Booster für alle und besonders für die Kreisstadt.“ Der NVV werde proaktiv seine schon guten Verbindungen noch einmal verbessern, um den Altkreis Rotenburg und den Werra-Meißner-Kreis optimal anzubinden. Jetzt schon führen auch Direkt-Buslinien aus Alsfeld, Treysa, Homberg-Efze und Bad Salzungen direkt zum Bahnhof Bad Hersfeld.

Fahrgastverband Pro Bahn & Bus

Der Fahrgastverband Pro Bahn & Bus begrüßt den Verlauf der Neubaustrecke durch den Bahnhof Bad Hersfeld ebenfalls. Das Schienenprojekt biete im Gesamtkorridor Frankfurt-Fulda-Erfurt erhebliche Chancen für die Entwicklung der Region Osthessen. Jetzt komme es darauf an, die Möglichkeiten zum Ausbau umweltfreundlicher Mobilität konsequent zu nutzen. „Der hessische Weg zur frühzeitigen Einbeziehung der Öffentlichkeit hat sich nach dem Modellprojekt Hanau-Würzburg/Fulda zum zweiten Mal als Erfolg erwiesen. Ein Dialog mit allen Beteiligten und insbesondere die Fachgespräche führen zu weit besseren Lösungen als politische Hinterzimmer-Runden, wie sie vor Stuttgart 21 zu beklagen waren“, so Stefan Sitzmann, stellvertretender Landesvorsitzender.

GDL-Ortsgruppe Bebra

„Gratulation an die Kämpfer für den Halt in der Kreisstadt Bad Hersfeld“, sendet Thomas Mühlhausen, Vorsitzender der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) Ortsgruppe Bebra. „Dieser Fernverkehrshalt in Bad Hersfeld war im Bundesverkehrswegeplan schon so verankert und ist nun Wirklichkeit geworden. Meine schlimmsten Befürchtungen sind nicht eingetreten: der Halt auf grüner Wiese.“ Jetzt gelte es, neben den Planungen und der technischen Umsetzung ein Konzept für den öffentlichen Personen-Nahverkehr im gesamten Kreis Hersfeld-Rotenburg zu finden. Dabei dürfe auch der Individualverkehr nicht außer Acht gelassen werden, so Mühlhausen mit Blick auf den morgendlichen Verkehr auf den Bundes- und Landstraßen Richtung Kreisstadt und notwendigen Parkraum in Bahnhofsnähe. Ein weiteres Problem wird laut Mühlhausen der Mehrverkehr von Güterzügen durch Hersfeld und auf dem Streckenabschnitt Bebra-Bad Hersfeld bleiben. Durch die Entmischung des Verkehrs – die Neubaustrecke werde am Tag nur von Fernverkehrszügen genutzt werden können – würden sich freie Kapazitäten auf den bestehenden Strecken in Haune- und Fuldatal ergeben. Ferner vermutet der Ortsgruppenvorsitzende in Zukunft eine Verlagerung von Lokpersonalwechsel von Fulda nach Bad Hersfeld. (red/nm)

Ein Interview zum Thema mit einem Vertreter der DB Netz AG lesen Sie am Montag in der gedruckten Zeitung, im E-Paper und online.

Auch interessant

Kommentare