Welthit als Gottesgeschenk: Ray Dorset von „Mungo Jerry“ zum Konzert in Bad Hersfeld

Spontanes Konzert: Ray Dorset von „Mungo Jerry“ spielte beim Besuch im Verlagsgebäude unserer Zeitung seinen Welthit „In the summertime“. Am 16. April tritt er in der Bad Hersfelder Stadthalle auf. Fotos: Landsiedel

Bad Hersfeld. Er hat den Welthit „In the summertime“ geschrieben und mit seiner Band „Mungo Jerry“ darüber hinaus in den 70er Jahren eine Handvoll Hits wie „Lady Rose“ oder „Baby Jump“ gehabt: Ray Dorset (69) besuchte im Vorfeld seines Konzerts in der Bad Hersfelder Stadthalle (Samstag, 16. April, 20 Uhr) unsere Zeitung.

Karl Schönholtz und Kai A. Struthoff sprachen mit dem Vollblutmusiker über seine jahrzehntelange Karriere.

Mr. Dorset, erinnern Sie sich an den Moment, als Sie „In the summertime“ geschrieben haben? 

Ray Dorset: Ja, sogar sehr gut. Ich habe auf meiner Gitarre gespielt, und da kam diese Melodie. Da-da-dadada, Sie wissen schon. Und am nächsten Morgen bei der Arbeit – ich habe damals für die Uhrenfirma Timex gearbeitet –, hatte ich die Melodie noch immer im Kopf und habe dazu den Text geschrieben – das ging ganz schnell, ohne Pause. Wie sagt man? Ein Gottesgeschenk, ja so war das.

Na, dann schätzen Sie doch mal, wie oft Sie in den vergangenen 45 Jahren „In the summertime“ gespielt und gesungen haben... 

Dorset: Meinen Sie das im Ernst? Das müssen Sie selbst herausfinden... Ich weiß aber, dass es in England einen Typen gibt, der hat eine Liste mit allen meinen Auftritten. Den fragen Sie am besten und rechnen dann noch all die Partys und Interviews dazu (lacht)!

Machen wir. Aber sind Sie es nicht auch mal leid, immer wieder denselben Song zu spielen?

Dorset: Nein. Denn wenn ich mir jetzt meine Gitarre schnappe und „In the summertime“ spiele, wird auf Ihrem Gesicht ein Lächeln erscheinen....

...ja, auf unseren Gesichtern schon. Aber wie ist es mit Ihrem?

Dorset: Na, wenn Sie lächeln, dann sind doch alle glücklich!

Und was ist Ihr Lieblingssong von „Mungo Jerry“?

Dorset: Natürlich „In the summertime“!

Auf dem Höhepunkt der „Mungomania“ haben Sie auf und hinter der Bühne Stars wie Jimi Hendrix oder die Rolling Stones getroffen. Gibt es da vielleicht die eine oder andere legendäre Begebenheit, die Sie uns erzählen können?

Dorset: Da muss ich nachdenken. Also, ich habe viele, viele Leute getroffen, Rod Stewart und Elton John etwa, und wir hatten jede Menge Spaß, aber da ist nichts Skandalöses passiert. Doch ich erinnere mich an ein Konzert irgendwo im Süden von Deutschland, bei dem auch Desmond Dekker dabei war. Und nachher gab’s eine Party, auf der ziemlich viel getrunken wurde. Als wird dann in unsere Zimmer wollten, stand Desmond vor einer Tür und beschwerte sich, dass der Lift ewig nicht käme. Da habe ich ihm gesagt: Desmond, das ist nicht der Aufzug, das ist der Eingang zum Fitness-Center...

Haben Sie in all den Jahren jemals daran gedacht, mit der Musik aufzuhören und etwas völlig anderes zu machen?

Dorset: Von der Musik kommt man nicht los, das liegt bei uns in der Familie. Aber meine Frau hat in England einen Schönheitssalon – da hab ich mal im Büro gearbeitet (lacht). Und ich habe viele Ideen, so dass wir auch mal das eine oder andere ausprobiert haben.

Geht’s genauer? Was haben Sie seit den Siebzigern so alles gemacht? 

Dorset: Oweh, das alles aufzuzählen, würde ganz schön dauern. Aber ich habe beispielsweise Musik für Kindersendungen im Fernsehen geschrieben. Wissen Sie, ich denke nicht sehr materialistisch – außer dass ich schöne Autos mag. (lacht). Ich verbringe viel Zeit damit zu philosophieren, beschäftige mich mit Fitness und gesunder Ernährung – auf der Jagd nach der ewigen Jugend (lacht schon wieder).

Wenn Sie in der Bad Hersfelder Stadthalle auftreten, was darf Ihr Publikum erwarten? Eine Best of-Show oder die großen Hits und dazu auch etwas Neues?

Dorset: Meine Shows sind alle spontan mit dem Element der Improvisation. Natürlich werde ich „In the summertime“ und „Lady Rose“ spielen, vielleicht auch „Hello Nadine“. Aber dazu kommen fünf, sechs Lieder vom neuen Album „Rewind“ und ein paar aus der Zeit dazwischen. Ich versuche immer auch, dem Publikum nahe zu sein und keine Distanz aufkommen zu lassen. Schließlich sind bei meinen Konzerten bis zu vier Generationen vertreten. Und hoffentlich gelingt es mir, das Publikum in Hochstimmung zu versetzen.

Mr. Dorset, vielen Dank für das Interview. Würden Sie nun auch noch etwas für uns spielen?

Dorset: (lacht, greift zur Gitarre und stimmt „In the summertime“ an)

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