3,6 Prozent

Weniger Arbeitslose als vor Corona: Quote sinkt in Waldhessen trotz der Sommerpause

Symbolbild Schild Arbeitsagentur
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Die Arbeitslosigkeit im Kreis Hersfeld-Rotenburg ist gesunken.

Im Sommer steigt die Arbeitslosenquote normalerweise saisonal bedingt leicht an. Dieses Jahr ist das anders.

Hersfeld-Rotenburg – Das geht aus den Zahlen hervor, die die Agentur für Arbeit am Donnerstag gemeldet hat. Die Arbeitslosenquote im Landkreis sank im Juli auf 3,6 Prozent und liegt damit sogar um 0,2 Prozentpunkte niedriger als im Sommer 2019, also vor der Corona-Pandemie. Im Juni waren es 3,7 und vor einem Jahr 4,4 Prozent. Die absolute Zahl ist im vergangenen Monat um 75 auf 2304 gesunken.

Einzig bei Menschen unter 25 Jahren wird eine Steigerung im Vergleich zum Juni verzeichnet, von 223 auf 274. „Die Zunahme ist im Juli allein jahreszeitlich bedingt. Wenn die Wirtschaft in den nächsten Wochen weiter an Fahrt aufnimmt und kein erneuter Lockdown eintritt, dürften sich die Vermittlungschancen nach den Ferien verbessern“, sagt Waldemar Dombrowski, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda. Die Situation der jungen Menschen ist aber trotzdem dieses Jahr wesentlich besser als im vergangenen Sommer. Damals hatte deren Arbeitslosenquote bei 5,4 Prozent gelegen, nun sind es 4,1.

Durch Lockdown, geschlossene Schulen und ausgefallene Bildungsmessen sei es bereits seit Beginn der Pandemie außerordentlich schwer, junge Menschen zu erreichen und für eine Ausbildung zu gewinnen. Derzeit gibt es im Kreis 369 freie Lehrstellen. „Auch wenn die meisten betrieblichen Ausbildungen in Kürze beginnen, gibt es in der Region gute Chancen, in den nächsten Wochen noch eine attraktive Lehrstelle zu ergattern. Diese Chancen gilt es zu nutzen“, appelliert Ottokar Schwerdt, Teamleiter der Berufsberatung.

Mehr Langzeitarbeitslose als 2020

Positive Nachrichten gibt es für die Gruppe der Langzeitarbeitslosen: Von 906 im Juni sank deren Zahl auf 827 im Juli. Das sind allerdings immer noch 39 mehr als vor einem Jahr. Damit sind sie die einzige der von der Arbeitsagentur gesondert ausgewiesenen Gruppen mit einem Anstieg im Vergleich zum Vorjahr. Der Grund liegt auf der Hand: Im Sommer 2020 waren viele wegen der Pandemie kurzfristig arbeitslos geworden. Als langzeitarbeitslos gilt man erst nach einem Jahr. 

Insgesamt fanden im Juli 607 zuvor arbeitslos gemeldete Personen eine Stelle, 541 meldeten sich neu arbeitslos.

Die sogenannte Unterbeschäftigungsquote, die auch die Menschen erfasst, die in einer „arbeitsmarktpolitischen Maßnahme“, vorübergehend krank oder älter als 58 Jahre sind und Hartz-IV beziehen, liegt bei 4,5 Prozent (Vormonat 4,6, Vorjahr 5,3).

Die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt zieht sich durch den gesamten Landkreis. Laut der Statistik der Agentur für Arbeit gibt es in 15 der 20 Kreiskommunen weniger Arbeitslose als vor einem Jahr. Einzig in Kirchheim sind es zwei mehr als 2020, in Philippsthal/Neuenstein, Cornberg und Breitenbach/H. ist die Zahl genauso hoch wie im Vorjahr.

Prozentual ist der Rückgang in Hohenroda mit 36,6 Prozent am höchsten. Im Juli 2020 wurden hier 41 Arbeitslose gemeldet, nun 26. Unter den vier Städten ist die Entspannung im Vergleich zum ersten Corona-Sommer besonders in Bad Hersfeld und Bebra offensichtlich: In der Kreisstadt sank die Zahl von 1027 auf 800 (minus 22,1 Prozent) und in der Biberstadt von 432 auf 344 (minus 20,4 Prozent). In Rotenburg sank die Zahl um 9,1 Prozent auf 349 und in Heringen um neun auf 110.

Im gesamten Landkreis ist die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Juli im ersten Corona-Sommer um 506 gesunken. Das entspricht 18 Prozent.

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