1. Startseite
  2. Lokales
  3. Rotenburg / Bebra

Nachteulen-Talk der Festspiele ist wieder da

Erstellt:

Kommentare

Nachteulen im Gespräch: (von links) Dominic A. Mäcke, Matthias Schlung und Jurriaan Bles.
Nachteulen im Gespräch: (von links) Dominic A. Mäcke, Matthias Schlung und Jurriaan Bles. © Steffen Sennewald

Sie sind wieder da und nachtaktiv: „Die Nachteulen“, jenes Format um Mitternacht im Kapitelsaal im Museum, zu dem Dominic A. Mäcke Protagonisten der Festspiele einlädt.

Bad Hersfeld - Mittels seines leckeren Haselnuss-Schnapses versucht Gastgeber Dominic A. Mäcke die Zungen seiner Gäste ein wenig zu lockern, um ihnen ihre „letzten Geheimnisse“ zu entlocken.So durfte als erster Jurriaan Bles, Dance Captain bei „Goethe!“, der am Sonntag gemeinsam mit seinem Tanzensemble den Großen Hersfeldpreis errang, auf der blauen Couch Platz nehmen. Bles ist mit seinen Wurzeln aus Suriname ein wahrer Strahlemann und plauderte scherzhaft los: „Ich bin 45 Jahre alt und muss mit 26-Jährigen auf der Bühne herumhüpfen“. Aber in Wirklichkeit macht er das immer noch gerne. Inzwischen arbeitet er aber auch auf einem zweiten Standbein in den Projekten mit Jugendlichen, wie die „Vitalisnacht“ und der Film „Lullusreise“, was 2018 als Glücksfall durch seine Choreografie mit dem Hair-Ensemble für „Lenas Geheimnis“ begann. Ein wirkliches Geheimnis ist seine erfolgreiche Pferdezucht.

Als zweiter Gast schwebte Mathias Schlung zur Couch –der Conférencier, Schauspieler, Sänger, Comedian, Musicaldarsteller, Sprecher – ein Unikum, das vor allem für die Verschmelzung von Theater und Musiktheater steht. Das Hersfelder Publikum konnte ihn schon in der Stiftsruine bei „Titanic“, „Emil und die Detektive“, „Der Prozess“ und 2018 in der Abschlussgala als Moderator bewundern. Dieses Jahr spielt er den glückseligen Dichter Piere Gringoire in „Notre Dame“, der der am Ende die liebe Ziege „Djali“ gewinnt. Mit seinem verschmitzten Lächeln, das ein wenig an Heinz Rühmann erinnern mag, erklärte er, dass er die Wiederholung des Momentes im Theater mag, die einzige Möglichkeit der Vergänglichkeit des Seins zu entfliehen. Im Talk stellte sich heraus, dass Schlung durchaus ein wahrer Schelm ist, der mit elektronischen Schaben oder gar Stinkbomben die Proben aufzulockern vermag. Tendenziell sieht Mathias Schlung große perspektivische Möglichkeiten bei der Verknüpfung von Sprachrollen, Tanz, Gesang und Musik im Theaterbereich, da viele Künstler sowohl aus Theater als auch Musical schlummernde Talente besitzen, die es zu entdecken gilt.

Und das war das Stichwort für den besonderen Auftritt bei den Nachteulen: Luca Lehnert, die in „Notre Dame“ in mehr als nur drei Rollen schlüpft, unter anderem bei der Balkongesellschaft als Amelotte de Montmichelle, bekam ihren Haselnussschnaps und begleitete sich am Klavier zum anrührenden Song über ihren „Kugelfisch Pablo“. Später griff sie dann noch zur Ukulele und sang das Lied „Ich bin hier“ von Berge mit kräftiger Chorusunterstützung von Dominic A. Mäcke und dem ganzen Saal. Zu den nächsten „Nachteulen“, die es übrigens seit 2016 gibt, lädt Dominic A. Mäcke für Samstag, 30. Juli, ab 23.55 Uhr in den Kapitelsaal ein. Die Gäste bleiben bis dahin wie immer geheim.

Von Steffen Sennewald

Auch interessant

Kommentare