Entscheidung am 11. November

Autohof oder Logistikhalle: Wettlauf ums Gewerbegebiet bei Hönebach

Auch 24-Autohof hat seine Pläne vorgestellt: Das Foto zeigt den Autohof an der A 7-Abfahrt Homberg.
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Auch 24-Autohof hat seine Pläne vorgestellt: Das Foto zeigt den Autohof an der A 7-Abfahrt Homberg.

Auf den letzten Metern bieten sich zwei Investoren einen Wettlauf um die nördliche Fläche des Gewerbegebiets in Hönebach.

Hönebach – Nachdem das Unternehmen 24-Autohof unmissverständlich deutlich gemacht hat, dass es weiter an seinen Plänen festhält, dort einen Autohof zu bauen, hat am Samstag die Turnkey Solutions GmbH nachgelegt, und den Entscheidungsträgern vor Ort noch einmal ihre Pläne vorgestellt. Die Gesellschaft will dort eine weitere Logistikhalle bauen. Das Unternehmen hat bereits die südliche Fläche gekauft und mit dem Bau einer Logistikhalle begonnen. Das Unternehmen will die Hallen vermieten oder verkaufen.

Zwei Tage nach der Informationsveranstaltung in Hönebach hat sich auch der Ortsbeirat Hönebach am Donnerstag mit dem Thema beschäftigt. Für den Autohof sprachen sich drei Mitglieder (zwei SPD, einer CDU) aus, zwei Mitglieder der Freien Wähler stimmten dagegen – und für eine weitere Logistikhalle. Zwei Mitglieder fehlten in der Sitzung. Die Entscheidung wird die Wildecker Gemeindevertretung am Donnerstag, 11. November, ab 20 Uhr in der Mehrzweckhalle in Bosserode fällen.

Am Samstag sahen sich die Entscheidungsträger auch den Fortschritt beim Bau der ersten Logistikhalle an. Für den Fall, dass die Turnkey Solutions GmbH auch die Fläche für eine zweite Halle bekommt, rechnet Geschäftsführer Rainer Velmeden insgesamt mit einer Zahl von 75 bis maximal 210 Arbeitsplätzen. Das komme auf die Nutzer an, betont der Geschäftsführer im Gespräch mit unserer Zeitung. Bei der Lagerung von großen Maschinenteilen brauche man natürlich weniger Arbeitskräfte als bei kleinteiligen Büroartikeln. Wer die Halle im südlichen Bereich nutzen wird, ist noch offen. „Interessenten melden sich üblicherweise etwa sechs Monate vor der Fertigstellung“, sagt der Geschäftsführer. Die Halle soll im Herbst 2022 fertig sein. Dass sie belegt werde, daran habe er keine Zweifel.

„Bei dieser Lösung gäbe es auch deutlich mehr qualifizierte Arbeitsplätze als bei einem Autohof“, ist sich Velmeden sicher. In den geplanten Büroräumen würden unter anderem auch kaufmännischer Angestellte arbeiten. „Beim Bau eines Autohofs würde es auch ein deutlich höheres Verkehrsaufkommen als bei den Logistikhallen geben“, betont Velmeden. Auch die Pläne des Autohofs sind in Wildeck mehrfach vorgestellt worden. Bei einem Autohof würde der Investor mit etwa 40 Arbeitsplätzen rechnen.

„Es lässt sich trotz der Unsicherheit, welche Firmen sich in den Logistikhallen ansiedeln, klar sagen, dass der Autohof für Hönebach eine deutlich höhere Lärmbelastung als die Logistikhallen darstellt“, betonen die Wildecker Grünen. „Die südliche Fläche unterliegt aufgrund der Nähe zum Forsthaus im Eichhorst deutlich niedrigeren Grenzwerten als die nördliche Fläche. Daher ist hier die Ansiedlung des Autohofes nicht zulässig“, betonen die Grünen. Die Lärmbelastung durch die Nutzung der Logistikhalle sei aufgrund der Bauweise gut kalkulierbar und deutlich niedriger. „Daher ist sie dort – mit einer Lärmschutzwand – genehmigt worden“, sagt Martina Selzer. Auf der nördlichen Seite sei die Entfernung zur Ortsbebauung größer, daher mehr Lärm zulässig. „Dennoch stößt der Autohof gemäß Schallgutachten an die Grenzen, während die Ansiedlung von Logistikhallen dort völlig unproblematisch wäre“, so die Grünen.

Ein Problem bei den Logistikhallen wäre die Frage, wo in der Umgebung die Lastwagenfahrer ihre Ruhezeiten einhalten würden. (René Dupont)

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