Imshäuser Gespräch über Elisabeth Schmitz und Katharina Staritz

Widerstand, nicht leise

Katharina Staritz

Imshausen. Die Namen von Elisabeth Schmitz und Katharina Staritz kennt heute kaum noch jemand. Hinter den Namen verbergen sich zwei besondere Frauen, die aufgrund ihres christlichen Glaubens Widerstand gegen den Nationalsozialismus leisteten. Beide setzten sich - nicht nur heimlich und leise - für Juden ein.

Die Aufgabe, diese beiden besonderen Frauen einer größeren Öffentlichkeit vorzustellen, hat sich die Stiftung Adam von Trott gestellt. Im Imshäuser Gespräch, das am Freitag, 28. Januar, ab 19 Uhr im Imshäuser Herrenhaus stattfindet, werden Landespfarrerin i. R. Dietgard Meyer (Kassel) und die Kirchengeschichtlerin Professor Dr. Ilse Meseberg-Haubold (Oldenburg) als Referentinnen an Elisabeth Schmitz und Katharina Staritz erinnern.

Denkschrift für Kirche

Elisabeth Schmitz, die aus Hanau stammende promovierte Historikerin, war als Lehrerin in Berlin tätig. Nach der Pogromnacht ließ sich Schmitz aus Gewissensgründen frühpensionieren. Sie verfasste 1935 für die Synode der Bekennenden Kirche eine Denkschrift, mit der sie die Kirche zum Einspruch gegen antijüdische Hetze, gegen Berufsverbote und Boykotte zu bewegen versuchte. Die Synode beschloss, nicht über die Diskriminierung der Juden zu diskutieren, und die Denkschrift und ihre Verfasserin gerieten in Vergessenheit.

Nicht ausgrenzen

Erst vor wenigen Jahren entdeckte man im Nachlass Papiere, die die Aktivitäten und die zutiefst menschliche Haltung Schmitz’ belegen. Das berichtet Ute Janßen, die Geschäftsführerin der Stiftung Adam von Trott.

Katharina Staritz gehörte zu den ersten ordinierten Theologinnen in Deutschland. Als Stadtvikarin in Breslau setzte sie sich dafür ein, jüdische Christen in die Gemeinden zu integrieren und nicht auszugrenzen. Staritz war Mitarbeiterin der „Kirchlichen Hilfsstelle für evangelische Nichtarier“, die neben ihrer offiziellen Tätigkeit vielen Juden eine Auswanderung ermöglichte.

Im Konzentrationslager

Katharina Staritz wurde 1941 verhaftet. Kurzzeitig wurde sie im Lager Breitenau bei Guxhagen interniert, später kam sie in das Frauenkonzentrationlager Ravensbrück, wo sie bis 1943 bleiben musste.

Dietgard Meyer war selbst Schülerin von Elisabeth Schmitz, die nach dem Krieg wieder als Lehrerin in ihrer Heimatstadt Hanau tätig war. Sie veröffentlichte unter anderem den Briefwechsel zwischen Elisabeth Schmitz und dem in die Schweiz emigrierten Theologen Karl Barth.

Prof. Dr. Ilse Meseberg-Haubold war als Professorin für Kirchengeschichte an der Carl-von-Ossietzky-Universität in Oldenburg tätig. Zusammen mit Hannelore Erhart veröffentlichten Meyer und Meseberg-Haubold ein Buch über Katharina Staritz, für das sie von der EKD mit dem Hanna-Jursch-Preis ausgezeichnet wurden. (red)

Informationen unter www.stiftung-adam-von-trott.de oder unter 06622/ 42 440.

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