Ermittlungen auch zu Fund in Bürgerhaus

Cannabis-Plantage in Obersuhl entdeckt - Gerüchteküche brodelt

So sehen Hanf-Pflanzen aus.
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So sehen Hanf-Pflanzen aus.

Nicht nur in Wildeck wird derzeit gerätselt: Der Fund einer Cannabisplantage in einer Scheune und der Einbruch ins Bürgerhaus - fügt sich das zu einer Geschichte zusammen?

Obersuhl. Nicht nur in der Gemeinde Wildeck schießen die Spekulationen ins Kraut, wer wohl hinter den 17 Töpfen mit abgeernteten Cannabispflanzen stecken könnte, die am Dienstag, 12. Oktober, nach einem Einbruch im Bürgerhaus in Obersuhl entdeckt worden waren. Mitten hinein in diese Gerüchteküche platzte dann am Freitagvormittag die Information der Polizei und der Staatsanwaltschaft Fulda, dass eine Cannabis-Plantage in Wildeck entdeckt wurde.

Es liegt nahe, dass diese beiden Fälle in einem Zusammenhang stehen. Die Polizei allerdings betont auf Anfrage unserer Zeitung: „Wir können zurzeit noch nicht sagen, ob diese beiden Vorkommnisse miteinander in Verbindung stehen.“ Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren, betont die Pressestelle des Polizeipräsidiums Osthessen.

300 Setzlinge und 35 Pflanzen

Beamte der Polizeistation Rotenburg haben am Samstag, 9. Oktober, etwa 300 Setzlinge, 35 Cannabis-Pflanzen und verschiedenes Zubehör zum Anbau von Indoor-Plantagen im Ortsteil Obersuhl sichergestellt. Das teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Freitag, 15 Oktober, mit.

Polizei kam zu Streit in der Familie

Familienangehörige eines 24-jährigen Mannes aus Wildeck hatten die Polizei aus Rotenburg zunächst wegen privater Streitigkeiten informiert. Bei der Aufnahme der Anzeige erfuhren die Beamten dann, dass sich auf dem Grundstück der Familie eine Indoor-Plantage des 24-Jährigen befand.

Hoher fünfstelliger Betrag im Straßenverkauf

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Fulda erließ der zuständige Richter beim Amtsgericht Fulda daraufhin einen Durchsuchungsbeschluss. Bei der Durchsuchung staunten die Polizeibeamten nicht schlecht, als sie in der Scheune des Wildeckers tatsächlich etwa 300 Setzlinge und 35 Cannabis-Pflanzen vorfanden. Sie stellten alles sicher. Nach derzeitigem Kenntnisstand hätte damit im Straßenverkauf ein hoher fünftstelliger Betrag erzielt werden können, betont die Polizei.

Auch in der Wohnung fündig geworden

Auch in der Wohnung des 24-Jährigen fand die Polizei Ausrüstungsgegenständ zum Betreiben einer solchen Plantage und beschlagnahmt sie. Gegen den Mann wird nun wegen illegalen Handels mit Cannabis sowie wegen des Anbaus und Besitzes von Marihuana-Pflanzen ermittelt.

Fenster ist theoretisch groß genug

Am Dienstag, 12. Oktober, waren nach einem Einbruch im Bürgerhaus in Obersuhl 17 Töpfe mit abgeernteten Cannabis-Pflanzen entdeckt worden. Sie standen im Heizungskeller. Ein bislang unbekannter Einbrecher hatte sich über einen Lichtschacht und ein Fenster Zugang zu dem Kellerraum verschafft – wir berichteten. Nach Auskunft der Polizei hat sich der Einbruch zwischen Donnerstag, 30. September, und Dienstag, 12. Oktober, ereignet. Bei der Aufnahme des Einbruchs entdeckten die Beamten dann die vollständig abgeernteten Töpfe mit Hanfpflanzen. Wie und wann die Töpfe dorthin gelangt sind, und ob sie etwas mit dem Einbruch zu tun haben, ist noch unklar. Das bei dem Einbruch genutzte Fenster ist zumindest theoretisch so groß, dass die Pflanztöpfe hindurchgepasst hätten. Weil es sich um große Pflanzen handelte, sind sie möglicherweise mit einem Autoanhänger oder eine Schubkarre dorthin transportiert worden. Die Polizei bittet erneut um Hinweise unter Telefon 06623/9370.

Rätsel auch für Gemeindeverwaltung

Auch für die Mitarbeiter der Wildecker Gemeindeverwaltung ist das alles ein Rätsel. „Für sie bestand in den vergangenen Wochen kein Grund, den Heizungskeller zu betreten“, betont der Erste Beigeordnete Thomas Becker. Das Bürgerhaus war in diesem Zeitraum als Corona-Testzentrum genutzt worden. Mittlerweile ist es ins DRK-Heim umgezogen. Außer bei der Bundestagswahl fanden im Bürgerhaus in dem Zeitraum keine weiteren Veranstaltungen statt, berichtet Becker. Auf seine Anregung hin wird sich auch der Gemeindevorstand am Montag mit den Vorkommnissen befassen. (René Dupont)

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