Humor und Optimismus nicht verloren

100-Tage-Bilanz: Bürgermeister Alexander Wirth will Gräben schließen

Seine Tür soll für die Bürger und ihre Anliegen immer offen stehen: Der Wildecker Bürgermeister Alexander Wirth vor seinem Büro im Rathaus. Foto: Dupont

Wildeck. Seit 100 Tagen steht Alexander Wirth an der Spitze der Gemeindeverwaltung von Wildeck. Der neue Bürgermeister schildert erste Erfahrungen und nennt seine Ziele.

„Ich hatte schon befürchtet, Sie kommen nicht wieder!“ So begrüßte Vorzimmerdame Antje Burghardt den neuen Wildecker Bürgermeister Alexander Wirth an seinem zweiten Arbeitstag. Denn schon der erste Arbeitstag war hart. Nicht nur die Gratulanten standen am 1. September Schlange, auch die Bürger klopften mit ersten Anliegen beim neuen Verwaltungschef an.

Seit 100 Tagen ist er nun im Amt. Und trotz eines großen Berges an Arbeit, der sich in der bürgermeisterlosen Zeit - verständlicherweise - auftürmt hat, hat er seinen Humor und seinen Optimismus nicht verloren.

„Ich will, dass die Gräben, die sich geöffnet haben, wieder geschlossen werden“. So bringt der 45-Jährige eins seiner wichtigsten Ziele auf den Punkt. Und er verspricht Transparenz. „Ich will, dass wir Lösungen gemeinsam erarbeiten“, sagt der Bürgermeister und belässt es nicht beim Reden. Er hat alle Ortsvorsteher zu einem gemeinsamen Treffen eingeladen. „Sie können so ihre Erfahrungen austauschen.“ Der Gemeindevorstand wird frühzeitig ausführlich über die bei der nächsten Sitzung anstehenden Themen informiert.

Die Mitarbeiter der Verwaltung hat Wirth in Einzelgesprächen über die Ergebnisse des Gutachtens zur Stellen-Bewertung informiert. Die Fraktionen lädt er zu interfraktionellen Gesprächen ein.

Der Bürgermeister taucht auch schon mal unangemeldet beim Bauhof auf, nicht um seine Mitarbeiter zu kontrollieren, sondern um einen Tag mitzuarbeiten. Und die Mitarbeiter haben keinen leichten Job. „Um 8.30 Uhr war mein Rücken schon das erste Mal nass vom Schweiß“, erzählt der 45-Jährige. „Der Bauhof arbeitet immer in der Öffentlichkeit. Die Mitarbeiter haben 5000 Chefs und jeder Wildecker weiß es besser.“

Mittlerweile geht jeder Brief, der aus dem Rathaus versandt wird, über seinen Schreibtisch. „Es ist wichtig, dass Einer den Gesamtüberblick behält“, sagt er.

Auch Wirths Alltag hat sich völlig verändert. Geht er einkaufen, dauert das erheblich länger als früher. „Als Bürgermeister bin ich dazu da, dass die Leute sich mit mir auf der Straße einfach mal unterhalten können. Und diese Zeit nehme ich mir auch“.

Alexander Wirth trinkt einen Schluck aus seiner Kaffeetasse. „Alex“ steht darauf und „SG Wildeck“. Leicht gefallen ist ihm der Abschied als Fußballtrainer nicht. Sohn Nick muss jetzt oft allein zum Fußball fahren. Und Töchterchen Dana fragt abends schon regelmäßig: Papa, musst Du noch mal weg?

Trotz der vielen Arbeit lässt sich Bürgermeister Wirth seine Träume nicht nehmen. „Als ich in die erste interfraktionelle Sitzung kam, saß jede Fraktion in ihrem Block. Mein Wunsch ist, dass die Fraktionen in spätestens 20 Jahren bei solchen Treffen bunt gemischt sitzen“, sagt er, muss selbst schmunzeln und meint es doch ernst.

Von René Dupont

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