Wildecker Ortsteil

Bergbau-Altlast: Arsen auch in Richelsdorfer Gärten gefunden

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Die Schadstoff-Funde sorgen in Richelsdorf für Wirbel: Der Spielplatz und der neue Minigolfplatz, links, waren schon im September gesperrt worden. Die Schadstoffe sind über den Bach Weihe in den Ort geschwemmt worden. Direkt an der Weihe, rechts, liegen viele private Grundstücke.

Richelsdorf. Die neuesten Ergebnisse der Suche nach giftigen Schadstoffen in Richelsdorf (Kreis Hersfeld-Rotenburg) liegen vor. Es gibt schlechte, aber auch gute Nachrichten.

Der Wildecker Ortsteil Richelsdorf kämpft Jahrzehnte nach der Schließung mit den Altlasten aus dem Bergbau der Richelsdorfer Hütte und der Deckweiß-Produktion. Die jüngsten Untersuchungen haben ergeben, dass auch private Grundstücke im Ort betroffen sind.

Darüber informierte Zrinko Rezic von der Hessischen Industriemüll GmbH, die im Auftrag des Landes Hessen für die Sanierung von Altlasten zuständig ist, in der öffentlichen Sitzung der Wildecker Gemeindevertreter am Donnerstagabend.

In einer ersten Phase waren auf 14 privaten Grundstücken entlang des Baches Weihe einzelne Probebohrungen vorgenommen worden. Bereiche auf denen sich Belastungen ergaben, wurden dann in einer zweiten Phase großflächig untersucht. Bei knapp der Hälfte der Flächen ergab sich eine Überschreitung der Prüfwerte der Bodenschutzverordnung. Vor allem Arsen wurde dort gefunden, aber auch Nickel. Auf drei Grundstücken wurden die Werte deutlich überschritten - bis zum Zehnfachen des Prüfwertes. Die meisten der betroffenen Flächen werden als Freizeitgärten mit Rasen genutzt, nur wenige als Nutzgärten.

Da es verschiedene Formen des giftigen Arsens gibt, müssen Untersuchungen jetzt zeigen, wie die vorgefundenen Formen vom menschlichen Körper aufgenommen werden. Die Gartenbesitzer wurden aufgefordert, ihr Obst und Gemüse zunächst nicht mehr zu verzehren.

Angesichts der vorliegenden Ergebnisse soll der Untersuchungsbereich entlang der Weihe jetzt ausgeweitet werden auf weitere zehn private Grundstücke. Dazu kommen sechs Grundstücke der Gemeinde und ein Grundstück des Landes Hessen. Es gilt als sicher, dass die Schadstoffe vom ehemaligen Betriebsgelände der Richelsdorfer Hütte über den Bach in den Ort geschwemmt wurden.

Nachdem im September auf dem Spielplatz und dem neuen Minigolfplatz eine hohe Belastung vor allem mit Arsen festgestellt worden war, waren die Flächen gesperrt worden und die Untersuchungen auf die privaten Grundstücke ausgeweitet worden.

Es gibt aber auch gute Nachrichten. So können zum Beispiel die beiden Sportplätze weiter sorgenfrei genutzt werden. Auch der Bereich um den Kindergarten ist nicht belastet. Wie es genau weitergeht, hängt von den Ergebnissen der nächsten Untersuchungen ab. Viele Fragen sind noch offen.

Wie die Schadstoffe vom Bach auf die Grundstücke gelangt sind und vieles mehr lesen Sie in der gedruckten Samstagausgabe unserer Zeitung und im E-Paper.

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