Gift und Schwermetalle in Richelsdorf: Neue Ergebnisse liegen vor

Blick durch eine Torwand auf den neuen Sportplatz in Richelsdorf: Dort kann sorgenfrei weiter gekickt werden. Foto: Dupont

Richelsdorf. Kurz vor Weihnachten gibt es eine gute Nachricht für die Richelsdorfer: Der alte und der neue Sportplatz können weiter genutzt werden. Das ist das Ergebnis der Untersuchung der Flächen auf eine Belastung mit Schwermetallen.

Der Wildecker Ortsteil Richelsdorf kämpft mit den Altlasten aus dem Bergbau und der Farbenproduktion. Auf dem ehemaligen Betriebsgelände der Richelsdorfer Hütte sind der Boden und das Grundwasser durch Schwermetalle belastet - vor allem Zink und Cadmium sowie das Halbmetall Arsen. Die Schlacken aus der Kupfererzverhüttung wurden auf der Talsohle gelagert, die Produktionsrückstände aus der Weißpigmentproduktion als sogenannte „Zinkhalde“ am nördlichen Talrand.

Auch in der Umgebung des Betriebsgeländes und sogar im Ort auf dem Spielplatz und dem neuen Minigolfplatz waren Belastungen festgestellt worden - wir berichteten. Seit Oktober werden auch Privatgrundstücke im Dorf entlang des Weihebaches auf Schadstoffe untersucht.

Transport über den Bach

Die Untersuchungen führt die Hessische Industriemüll GmbH (HIM) - Bereich Altlastensanierung - im Auftrag des Regierungspräsidiums Kassel, Außenstelle Bad Hersfeld, durch. Untersucht werden Flächen vom westlichen Ortsrand bis zum ehemaligen Feuerwehrgerätehaus in der Ortsmitte von Richelsdorf. Das teilten der zuständige Projektleiter der HIM, Zrinko Rezic, und das Regierungspräsidium auf Anfrage unserer Zeitung mit. Die Fachleute gehen davon aus, dass unter anderem der Bach Weihe die Schadstoffe in den Ort transportiert hat.

Um Bodenproben zu entnehmen wurden 72 Bohrsondierungen bis in eine Tiefe von etwa fünf Metern vorgenommen. Zurzeit laufen die chemischen Analysen zur Bestimmung der Schadstoffgehalte.

Hang nicht belastet

Mittlerweile liegen weitere Ergebnisse vor: Auf dem terrassenförmig angelegten Hang nördlich des neuen Sportplatzes, auf dem sich landwirtschaftliche Flächen und ein Kleingarten befinden, wurde keine Belastung mit Schwermetallen oder Arsen festgestellt.

Nur sehr wenige Stellen

Auf dem neuen Sportplatz wurden in Randbereichen an sehr wenigen Stellen Belastungen festgestellt, die aber nicht so hoch sind, dass die Nutzung eingeschränkt werden müsste. „Beim alten Sportplatz haben wir keine Belastungen gefunden“, teilte Rezic mit.

Auf der Minigolfanlage und dem Kinderspielplatz waren dagegen zum Teil erheblich erhöhte Werte an Schadstoffen festgestellt worden. Beide Plätze sind seit Mitte September gesperrt.

Derzeit werden die Ergebnisse aus den Untersuchungen auf den Privatgrundstücken zwischen dem alten Sportplatz und dem Feuerwehrgerätehaus ausgewertet. Ob und inwieweit hier weiterführende Maßnahmen eingeleitet werden müssen, wird dann geprüft, teilte das Regierungspräsidium mit. Mit den Ergebnissen ist Ende Januar zu rechnen. Sie werden dann auch der Bevölkerung wieder in einer Informationsveranstaltung vorgestellt.

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