Hallenbad Obersuhl: Reparatur bewusst verzögert?

Die Auseinandersetzung um die Kleinschwimmhalle in Obersuhl geht weiter. Foto: nh

Obersuhl. Der Vorsitzende des Bauausschusses der Gemeindevertretung kritisiert die verspätete Öffnung der Obersuhler Kleinschwimmhalle. Der Bürgermeister weist die Vorwürfe zurück.

Massive Kritik an der Wildecker Gemeindeverwaltung - in diesem Fall an dem zuständigen Amtsleiter - übt Gerhard Bick, der Vorsitzende des Bauausschusses der Gemeindevertretung und Fraktionschef der FDP. Nach seiner Ansicht ist die Instandsetzung und Inbetriebnahme der Obersuhler Kleinschwimmhalle bewusst verzögert worden.

Die alte Gasheizung, die defekt war, wurde Ende März entsorgt. An ihrer Stelle wurde im Frühjahr eine neue, gut funktionierende Gastherme (Kaskade) installiert, berichtet Bick.

Im Nebenraum steht das Blockheizkraftwerk. Beide zusammen sind der Hauptversorger für die Schwimmhalle und das Fitnessstudio, das sich im gleichen Gebäude befindet. Das Heizkraftwerk produziert seit vielen Jahren Strom und Abwärme. „Entgegen der Darstellung in der Presse reicht die im Frühjahr neu installierte Gastherme im Zusammenhang mit dem Heizkraftwerk aus, um das Bad und das Fitnessstudio zu betreiben - auch bei erheblichen Minusgraden - und zwar mit der Temperatur wie sie in den vergangenen Jahren war“, betont Bick.

Das hätten auch die letzten Nächte mit Temperaturen bis minus 8 Grad gezeigt. Nach seiner Meinung hätte das Bad also bereits wie üblich Anfang November geöffnet werden können. Ein Notplan wäre nicht erforderlich gewesen.

„Zusätzliche Kosten“

Wäre das Bad wie gewohnt geöffnet worden, hätte das gechlorte und gewärmte Wasser vom Freibad ins Hallenbad gepumpt werden können. „Das hätte der Gemeinde erhebliche Kosten gespart“, betont der Vorsitzende des Bauausschusses. Außerdem nehme die Gemeinde auch weniger Eintrittsgeld ein.

Über das kommunale Investitionsprogramm des Landes (KIP) soll eine ergänzende Kaskade für die bestehende Gas-therme angeschafft werden. „Diese ergänzende Kaskade benötigt das Bad aber nur für extreme Kälte“, sagt Bick. „Die Anschaffung der zweiten Kaskade hat der zuständige Amtsleiter offensichtlich bewusst verzögert“, kritisiert Bick.

Nach Dokumenten, die ihm vorliegen, hat die Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen der Gemeindeverwaltung am 17. August 2016 eine E-Mail mit Rückfragen zu den einzelnen für das KIP-Programm beantragten Maßnahmen geschickt. Diese Rückfragen seien am 18. Oktober noch nicht von der Wildecker Verwaltung beantwortet worden. „Die Antwort ging erst am 25. Oktober bei der Bank ein - also neun Wochen später“, berichtet Bick.

„Erhebliche Verzögerung“

Massiv kritisiert er auch, dass das Blockheizkraftwerk wegen eines kleinen Defekts im Frühjahr 2016 fünf Monate abgeschaltet worden sei. Erst Ende September sei es repariert worden. Nach Ansicht von Gerhard Bick habe der zuständige Amtsleiter die Reparatur nicht angewiesen, obwohl es seine Aufgabe gewesen wäre. Das habe zu einer erheblichen Verzögerung geführt - und damit zu finanziellen Verlusten für die Gemeinde Wildeck.

Eine Stellungnahme des Bürgermeisters zu den Vorwürfen lesen Sie hier:

Wirth: Bürger über Hallenbad entscheiden lassen

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