Hauptstraße in Richelsdorf: Anwohner leiden unter Lärm

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Die Steinkaute in Richelsdorf ist in einem sehr schlechten Zustand: Der Flickenteppich sorgt dafür, dass der Lärm der durchfahrenden Lkw für viele Richelsdorfer unerträglich wird. Ausdrücklich betonen die in dem Wildecker Ortsteil Betroffenen, dass sich ihre Kritik nicht gegen örtliche Unternehmen wendet, die mit ihren Lastwagen durch den Ort fahren müssen.

Richelsdorf. Die Richelsdorfer sind ratlos, enttäuscht und stinksauer: Tag und Nacht leiden sie unter Lärm und Erschütterungen, die die vielen Lkw verursachen, die durch den Ort fahren.

Vor allem diejenigen sind betroffen, die an der Steinkaute wohnen, der Hauptstraße, die durch den Ort führt.

Die Hauptursache für diesen „unerträglichen Zustand“ sehen die Richelsdorfer in dem Belag der Fahrbahn, die nur noch ein Flickenteppich ist. „Wenn ein großer Lkw vorbeifährt, ist es nicht nur sehr laut, es wackelt auch im ganzen Haus. Es knackt und knirscht bis in den letzten Winkel. So stelle ich mir ein kurzes Erdbeben vor“, berichtet Jochen Nieland. Anderen Anwohnern der Landesstraße gehe das genauso.

„Wer kann, verlegt sein Schlafzimmer nach hinten, von der Hauptstraße weg“, berichtet Ortsvorsteher Wilfried Wetterau. Um sich vor dem Lärm zu schützen, hat auch Jochen Nieland bereits mehrere neue Fenster mit einer Vierfachverglasung eingebaut. „Allein das hat mich 5000 Euro gekostet“, berichtet er. Die Lärmbelästigung werde dadurch reduziert, die Erschütterungen nicht.

Es rumpelt und donnert 

Selbst Bürgermeister Alexander Wirth, der gar nicht an der Hauptstraße wohnt, hört von seinem Balkon aus das „wumm, wumm, wumm“ der Lkw. „Man hört das Brummen von Weitem. Es rumpelt und donnert richtig“, sind sich die Richelsdorfer einig. „Die Probleme ziehen sich die ganze Steinkaute hoch. Die Straße ist in einem erbarmungswürdigen Zustand“, sagt der Ortsvorsteher.

Eine Erneuerung der kompletten Fahrbahndecke hat Hessen mobil, die Verkehrsbehörde des Landes, bislang für nicht notwendig gehalten.

„Der Bau der A 44 wird über eine Milliarde Euro kosten, für Kammmolche werden Tunnel gebaut, aber für uns ist kein Geld da“, sagt Nieland verständnislos.

Für die Richelsdorfer ist das Maß voll. Sie fordern eine durchgehend neue, gute Fahrbahndecke, die den Verkehrslärm erheblich verringert. Außerdem drängen sie darauf, den Verkehr zu reduzieren. „Wer keine Genehmigung hat, hier durchzufahren, der sollte auch nicht durchgelassen werden.“

„Bisher haben die Richelsdorfer das geduldig ertragen. Jetzt ist ein Zustand erreicht, der nicht mehr hinnehmbar ist“, betont Bürgermeister Wirth. „Wir wollen keine Umgehungsstraße. Wir wollen eine Hauptstraße in einem ordentlichen Zustand. Das ist das Mindeste, das wir erwarten können bei dieser Belastung mit Schwerverkehr.“

Schreiben an Hessen Mobil 

Nachdem sich Anwohner der Landesstraße bei der Gemeinde beschwert hatten, hat sich der Gemeindevorstand am 16. Januar an Hessen mobil als verantwortliche Behörde gewandt. In einem Schreiben fordert er Hessen mobil auf zu prüfen, wann der komplette Fahrbahnbelag erneuert wird. Auf Anfrage unserer Zeitung hat die Behörde betont, dass eine Antwort auf das Schreiben in Kürze erfolgen werde.

Von René Dupont 

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