Wegen erweiterter Öffnungszeiten und U3-Betreuung

Die Kirche zahlt weniger für Wildecker Kindertagesstätten

+

Wildeck. Der neue Kita-Betriebsvertrag zwischen Wildeck und den evangelischen Kirchen Martin Luther und Obersuhl sieht vor, dass die Kirche weniger Geld für die Kitas zahlen wird.

Einstimmig - aber nicht ohne Kritik - hat die Wildecker Gemeindevertretung den neuen, einheitlichen Betriebsvertrag für die Kindertagesstätten zwischen der Gemeinde Wildeck und den evangelischen Kirchengemeinden Martin Luther und Obersuhl verabschiedet.

Die wichtigsten Fakten des neuen Vertrages sind: Die Kirche wird weniger Geld für die Kitas zahlen. Und es wird statt vier Kindergartenkuratorien nur noch zwei geben. Der Vertrag soll rückwirkend zum 1. Januar 2015 in Kraft treten.

Die Details des neuen Vertrages erläuterte Bürgermeister Alexander Wirth: Bisher hat es für jeden Kindergarten einen Betriebsvertrag gegeben. In den Einrichtungen Bosserode, Hönebach und Richelsdorf hat sich die Kirche jährlich mit einem Festbetrag an nicht gedeckten Kosten beteiligt. In Obersuhl hat die Kirche 20 Prozent und die Gemeinde Wildeck 80 Prozent der ungedeckten Kosten getragen. Für jede Einrichtung gab es ein Kuratorium.

Der neue Vertrag sieht eine gleiche Kostenverteilung für alle Einrichtungen vor. Die Gemeinde übernimmt ab dem 1. Januar 90 Prozent, die Kirche zehn Prozent.

Ab dem 1. Januar 2016 verändert sich der Anteil dann auf 92 Prozent für die Gemeinde und acht Prozent für die Kirche. Demnach wird die Gemeinde in diesem Jahr voraussichtlich 770 000 Euro für die Kitas zahlen, die Kirche 85 000 Euro. Gegenüber dem Jahr 2010 ist der Anteil der Gemeinde damit um 346 000 Euro gestiegen - also um 82 Prozent.

„Mir ist bewusst, dass zusätzliche Kosten für die Gemeinde sehr schmerzhaft sind, aber in diesem Fall gibt es nur wenige bis keine Möglichkeiten, daran etwas zu ändern“, sagte Wirth.

Ausschlaggebend für die erhebliche Steigerung der Kosten waren die Einrichtung der Betreuung für unter Dreijährige in Krippengruppen sowie die Erweiterung der Öffnungszeiten an allen Standorten.

„So wie sich die Kinderzahlen entwickeln, ist damit voraussichtlich der Höchststand der ungedeckten Kosten erreicht“, erläuterte Wirth. Es sei davon auszugehen, dass die Zahl der Gruppen in den Tagesstätten sinken werde.

Der neue Betriebsvertrag sieht zwei Kindergartenkuratorien vor, die paritätisch mit Vertretern der politischen Gemeinde und der kirchlichen Trägergemeinden besetzt sind. Ursprünglich war geplant, aus den vier Kuratorien nur noch ein Gremium zu machen. Auf Antrag der SPD im Haupt- und Finanzausschuss wurde die Zahl der Kuratorien auf zwei erhöht.

Die Überprüfung der im vergangenen Jahr beschlossenen Öffnungszeiten, mögliche Gebührenanpassungen sowie die Gruppenauslastung in den Kitas sind Themen, die unabhängig vom Betriebsvertrag nach den Osterferien gemeinsam mit dem Kirchenkreisamt und den Kirchgemeinden diskutiert werden sollen.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.