Kleinschwimmhalle Obersuhl: Gemeindevertreter kämpfen weiter

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Beliebt bei Vereinen und Schule: Die Kleinschwimmhalle Obersuhl. Nach Willen der meisten Gemeindevertreter sollte sie eine neue Beckenfolie bekommen – das wurde untersagt.

Obersuhl. Die Mehrheit des Wildecker Gemeindeparlaments gibt den Kampf um die Kleinschwimmhalle Obersuhl nicht auf: Bei neun Enthaltungen aus den Reihen von CDU und Grünen beschloss sie, den Gemeindevorstand noch einmal aktiv werden zu lassen, um doch noch 30500 Euro für die Instandhaltung einsetzen zu können.

Das Geld war im Wirtschaftsplan der Gemeindewerke veranschlagt, die Kommunalaufsicht hatte diese Investition jedoch untersagt - wir berichteten. Konkret geht es um eine neue Beckenfolie. Jetzt soll der Gemeindevorstand die rechtlichen Grundlagen für einen Widerspruch überprüfen und Rechtsmittel einlegen. Einen entsprechenden Antrag hatte die SPD-Fraktion vorgelegt, er war von Dr. Kurt Schreiner (FWG) ergänzt worden.

SPD-Fraktionsvorsitzender Armin Körzell hat den Eindruck, als werde die Kleinschwimmhalle im Landratsamt nicht pragmatisch, sondern nur noch als Politikum angesehen. Als Eigentümer eines Gebäudes eine Reparatur untersagt zu bekommen, die nicht nur zur Unterhaltung diene, sondern auch weiteren, größeren Schäden vorbeuge - das ist für Körzell nicht nachvollziehbar. Unverantwortlich sei es seitens der Kommunalaufsicht, die Reparatur zu untersagen.

CDU-Sprecherin Christel Gohmert wertete den SPD-Antrag als „Blendwerk“ für die Bürger mit Blick auf die im Frühjahr anstehende Kommunalwahl. Bei der hohen Verschuldung der Gemeinde habe die Kommunalaufsicht keine Möglichkeit, ihren Beschluss zurückzunehmen.

Sie verwies auf frühere Bemühungen der Gemeinde, vom Kreis einen Zuschuss für die Sanierung der Kleinschwimmhalle zu bekommen. Die sollte damals 1,5 Millionen Euro kosten, das Land hatte 300 000 Euro zugesagt. Der Kreistag hatte jedoch einen Zuschuss mit großer Mehrheit abgelehnt. Allein konnte die Gemeinde die Sanierung nicht stemmen.

Das bestätigte auch Körzell: SPD und CDU im Kreistag hätten dagegen und auch gegen einen Betriebskostenzuschuss gestimmt. Allerdings habe es geheißen, wenn es einen ausgeglichenen Haushalt gebe, dürfe die Gemeinde investieren.

Martina Selzer (Die Grünen) meinte dazu schlicht: „Wir haben aber keinen ausgeglichenen Haushalt“. 

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