Nach monatelanger Diskussion

Wildeck plant Krippen-Neubau in Obersuhl und Ausbau in Bosserode

+
In der Nachbarschaft: Bei der Kita in Obersuhl soll der Neubau entstehen. Die Diskussion im Parlament verfolgten 60 Besucher, darunter auch Erzieher und Eltern.

Nach langem Abwägen hat sich das Wildecker Parlament einstimmig für die „große“ Lösung ausgesprochen, um dringend benötigte Krippen- und Kindergartenplätze zu schaffen.

Die Gemeindevertreter haben am Donnerstagabend den Neubau einer dreigruppigen Krippe in der Nachbarschaft der dortigen Kita beschlossen und den Ausbau des Dachgeschosses des Kindergartens Bosserode.

Voraussetzung für die Umsetzung dieser Pläne ist allerdings, dass die Gemeinde grünes Licht dafür bekommt, einen zusätzlichen Kredit aufnehmen zu dürfen, um den Eigenanteil an den Kosten zu finanzieren. Die Kosten für die Gemeinde werden auf 1,1 Millionen Euro geschätzt.

Vor allem Krippenplätze fehlen

Bürgermeister Alexander Wirth und die Gemeindevertreter sind aber „guter Hoffnung“, dass dieser Grundsatzbeschluss des Parlaments umgesetzt werden kann. Ein Problem in Wildeck sind vor allem fehlende Krippenplätze für Kinder unter drei Jahren. Die Gemeinde kann zurzeit nur 43 Plätze zur Verfügung stellen, 69 Kinder hätten aber einen Rechtsanspruch auf einen Platz.

Noch im Dezember hatte sich der Gemeindevorstand gegen bauliche Veränderungen ausgesprochen. Bei der damals vorgesehenen Förderquote von nur zehn Prozent hätte die Gemeinde ihren Eigenanteil nicht stemmen können, berichtete Bürgermeister Wirth.

Die Förderquote liegt jetzt bei 50 statt zehn Prozent

„Nachdem das Land Hessen aber festgestellt hat, dass von den zur Verfügung stehenden 86 Millionen Euro für Investitionen in die Kinderbetreuung erst elf Millionen Euro abgerufen wurden, obwohl der Bedarf an zusätzlichen Betreuungsangeboten in vielen Kommunen groß ist, hat man das Ganze hinterfragt und ist zu dem Ergebnis gekommen, die Förderrichtlinien zu ändern“, erläuterte Wirth. Jetzt haben die Kommunen die Möglichkeit, die notwendigen Investitionen auch umzusetzen.

„Späte Einsicht ist besser als keine Einsicht“, so der Kommentar des Bürgermeisters. Mit den geänderten Förderbedingungen ergibt sich nun eine Förderquote von etwa 50 Prozent. Das hat den Gemeindevorstand dazu veranlasst, neu über das Thema nachzudenken. Das Ergebnis ist der Beschlussvorschlag, der dem Parlament am Donnerstagabend vorlag: der Neubau einer zweigruppigen Krippe in Obersuhl und der Ausbau des Dachgeschosses in Bosserode.

Aber auch das war nicht das letzte Wort. Den Anstoß, dann doch auf die Lösung Neubau einer dreigruppigen Krippe in Obersuhl und Ausbau des Dachgeschosses in Bosserode zu gehen, gab der Ortsbeirat Obersuhl durch die Initiative von Ortsvorsteher Michael Kaufmann. Kaufmann, der Mitglied der SPD-Fraktion ist, brachte dann auch selbst – im Auftrag des Ortsbeirates – einen entsprechenden Änderungsantrag im Parlament ein. 

Ein zentrales Argument für diese Lösung sei, dass die Gemeinde nur 15 000 Euro mehr für den Neubau einer dreigruppigen Krippe – im Vergleich zum Bau einer zweigruppigen Krippe – zahlen müsse, betonte Kaufmann. Bei der Bauausführung könne sicher auch noch gespart werden.

Wirth: Die Kritik ist nicht nur unfair, sondern respektlos

Bürgermeister Wirth und Gemeindevertreter wiesen vehement die Kritik der Kita-Initiative in Bosserode zurück, die Verantwortlichen würden die Probleme „aussitzen“. „Das Thema ist komplex. Nur selten haben Verwaltung und Parlament so viele Informationen so intensiv diskutiert und abgewogen wie in diesem Fall“, hieß es. „Diese Kritik ist nicht nur unberechtigt, sie ist unfair und respektlos“, betonte Wirth.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.