Ab Mittwoch, 6. März, geöffnet

Nun privater Anbieter für Sammeln von Grünschnitt und Bauschutt in Wildeck

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Die neue Sammelstelle auf dem Gelände der Baufirma ARUH-Bau in Obersuhl: Das Foto zeigt von links Bürgermeister Alexander Wirth, Inhaber Lars Koch und Bauamtsleiter Wilfried Kleinerüschkamp. Die Firma hatte ihr Interesse an einer Übernahme bei der Gemeinde bekundet und einen Bauantrag für die Einrichtung gestellt. 

Die Gemeinde Wildeck gibt ihre Sammelstellen für Grünschnitt und Baustellenabfälle in Obersuhl und Hönebach auf. Sie werden für die neue Saison erst gar nicht wieder geöffnet.

Neue Anlaufstelle ist ein privater Betreiber: das Bauunternehmen ARUH-Bau in Obersuhl. Die Firma hat auf ihrem Gelände eine Sammelstelle mit Containern eingerichtet. Sie öffnet ab Mittwoch, 6. März, ihre Tore für die Bürger.

„Die Gemeinde spart damit viel Geld. Auch für die Bürger hat die Übergabe in private Hände Vorteile“, betont Bürgermeister Alexander Wirth. Die neue Sammelstelle öffnet an mehreren Tagen in der Woche. Auch in Hönebach will ein privater Betreiber in absehbarer Zeit wieder eine Sammelstelle eröffnen. Er hat die Genehmigung beantragt, berichtet Bauamtsleiter Wilfried Kleinerüschkamp.

Die Gemeinde hatte seit Jahrzehnten zwei Sammelstellen für pflanzliche Abfälle und Baustellenabfälle in Obersuhl und in Hönebach betrieben. Sie waren von Frühjahr bis Herbst geöffnet, aber nur samstags von 9 bis 12 Uhr. Ohne die Sammelstellen müssten die Bürger diese Abfälle zur kreiseigenen Deponie nach Kathus bringen.

Das Verlustgeschäft

Der Betrieb war ein erhebliches Verlustgeschäft für die Gemeinde. 2016 lag das Defizit bei etwa 50.000 Euro – davon 30.000 Euro durch private Anlieferung und 20.000 Euro durch die Anlieferung von Grünschnitt kommunaler Flächen. „In den Jahren 2017 und 2018 konnten wir das Defizit verringern, unter anderem dadurch, dass wir viele kommunale Flächen gemulcht haben“, berichtet Kleinerüschkamp. So muss weniger Grünschnitt abgefahren und entsorgt werden. Auf Druck der Kommunalaufsicht, die Gebühren kostendeckend zu gestalten, hatte die Gemeinde Wildeck die Gebühren 2018 dann auch angehoben. Für eine Kostendeckung reichte das aber nicht. Für einen Kubikmeter Grünschnitt nahm die Gemeinde nach der Anhebung 30 Euro. „Für eine Kostendeckung hätten wir 40 Euro nehmen müssen. Die Gemeindevertretung entschied sich aber für 30 Euro“, berichtet der Bauamtsleiter.

2018 wurden bei den Sammelstellen der Gemeinde etwa 1000 Kubikmeter Grünschnitt angeliefert, 20 Kubikmeter Baustellenabfälle, 90 Kubikmeter mineralische Baustellenabfälle und 40 Kubikmeter Holz.

Die Betreuung

Die Kosten waren der Gemeinde durch die Betreuung der Sammelstellen durch Personal, die Anmietung der Container, den Transport und die Entsorgung entstanden. Normalerweise ist der Abfallwirtschafts-Zweckverband (AZV) auch für das Einsammeln von Grünschnitt und Baustellenabfällen zuständig. Die Gemeinde Wildeck hatte den Verband nach Absprache aber von dieser Aufgabe entlastet – so wie es zum Beispiel auch in Heringen der Fall ist. Ausgenommen ist die braune Tonne.

Die Ersparnis

Mit der Abgabe der Sammelstellen spart die Gemeinde die Kosten für den Bürger-Anteil ein. Ihre eigenen Grünabfälle wird sie auf dem Bauhof sammeln und über ein eigenes System entsorgen.

Der Vorstand der Gemeinde Wildeck hatte die Übergabe an den privaten Betreiber einstimmig beschlossen, berichtet Bürgermeister Wirth.

Die Baufirma erhofft sich durch die Einrichtung der Sammelstelle auch mehr Kunden für ihren Baustoffhandel mit Schüttgütern. Dazu gehören unter anderen Zierkies, Schotter, Mutterboden und Rindenmulch.

Längere Öffnungszeiten

Die Baufirma ARUH-Bau hat die Sammelstelle für Grünschnitt und Baustellenabfälle auf ihrem Gelände an der Industriestraße 1 in Obersuhl eingerichtet. Geöffnet hat sie mittwochs und freitags von 8 bis 17 Uhr sowie samstags von 8 bis 14 Uhr, berichtet Inhaber Lars Koch. Die Gebühren bleiben gegenüber dem Angebot der Gemeinde Wildeck unverändert. Die Anlieferung kostet pro Kubikmeter: Grünschnitt 30 Euro, mineralischer Bauschutt, der wieder aufbereitet werden kann, wie zum Beispiel Ziegel 60 Euro, Baustellenabfälle wie Styropor oder verschmutzte Folien 230 Euro, Holz 80 Euro. Vertraglich ist zwischen Gemeinde und neuem Betreiber eine Testphase von einem Jahr festgelegt. Kontakt: Sammelstelle, Telefon 0177/4701776, E-Mail: info@aruh-bau.de.

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