Sie lief schon bei der Berliner Fashion Week 

Mehr als ein schönes Gesicht: Annika Bräll aus Hönebach ist ein gefragtes Model

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Profi: Annika Bräll aus Hönebach modelt seit sieben Jahren. Sie ist gerne im Grünen unterwegs. Besonders der Garten eines Familienfreundes hat es ihr angetan.

93-64-90: Annika Bräll hat die typischen Körpermaße eines nahezu perfekten Models. Die typischen Modelklischees bedient die 1,80 Meter große Hönebacherin aber nicht.

Bräll studiert Jura, liebt Burger und verbringt einen gemütlichen Sonntag gerne mal in einer bequemen Jogginghose – obwohl der in diesem Jahr verstorbene deutsche Modeschöpfer Karl Lagerfeld einst meinte, wer eine Jogginghose trägt, habe die Kontrolle über sein Leben verloren. „Dann habe ich die Kontrolle eben verloren“, sagt Bräll und lächelt.

Ansonsten scheint die 27-Jährige ihr Leben voll im Griff zu haben. Die Wahl-Münchnerin steht kurz vor ihrem ersten Staatsexamen. Ihren Lebensunterhalt verdient sie seit sieben Jahren als Model. Vor vier Jahren lief sie bei der Berliner Modeschau Fashion Week über den Laufsteg. Bei über 50 Foto-Shootings posierte sie vor der Kamera – unter anderem für Mercedes Benz.

Ihr erstes Shooting machte sie für die Modezeitschrift Burda Style im Vintage-Look. Sie trug ein weißes Kleid. Gerne erinnert sie sich daran zurück. Denn die Jurastudentin durfte die Auswahl der Posen und Fotos mitbestimmen. Ein seltenes Recht in der harten Branche. Natürlich wolle sie mehr als nur ein Kleiderständer sein. Aber: „Wer als Model arbeiten will, muss oft in den sauren Apfel beißen.“

Bauch und Po werden besonders intensiv trainiert

Und sie muss sich fit halten. Deswegen macht sie viel Sport, vier- bis fünfmal die Woche. 45 Minuten auf dem Laufband joggen, danach Gewichte stemmen. Bauch und Po trainiert sie besonders intensiv – aber nicht zu sehr. „Ich darf kein krasses Muskelpaket werden.“

Bräll muss die Waage nicht nur halten – sie muss sie auch im Blick haben. Drei Tage vor einem Shooting achtet sie sehr auf ihr Essen. Dann gibts weder Süßigkeiten noch Fast Food. Vor drei Jahren bekam sie bei der Berliner Fashion Week eine Jobabsage. Ihr Bauchumfang war zwei Zentimeter zu groß.

Zum Model-Dasein gehört mehr als ein schönes Gesicht. Professionalität sei wichtig. Und eine gewisse Schauspielergabe. Denn bei Bildern geht es meistens um die richtige Stimmung. „Wenn man schlecht drauf ist, wird das Bild meistens auch schlecht“, sagt Bräll.

Auch mentale Stärke sei unabdingbar. „Ich habe mir mittlerweile eine sehr dicke Haut angefressen“, sagt Bräll. Bei der TV-Show „Germanys Next Topmodel“ buhlen bis zu 15 Mädchen um einen Job. „Im echten Leben kämpfen oft 500 Kandidaten um einen Auftrag.“ Bräll findet lobende und kritische Worte für die von Topmodel Heidi Klum moderierte Sendung. Aber das Gezicke und Geheule sei ausschließlich für das Fernsehen, für die Quote. Hauptsache: Drama, Baby, Drama.

Muffins und Sahnetorten backen

Ruhe findet Bräll bei ihren Eltern in Hönebach. Dort steht sie öfters in der Küche, um leckere Muffins und Sahnetorten zu backen. Auf die Kalorienanzahl achtet sie in diesen Momenten nicht. Dann kann sie abschalten; den Druck des Modellebens vergessen. Aber nach spätestens zwei Wochen muss sie wieder los. 

Fast alle deutschen Städte hat sie bereits besucht. Teilweise für ihre Jobs, teilweise als Touristin. Denn Bräll liebt es, zu reisen. Vor vier Wochen klapperte sie mit Freunden mehrere Bergseen nahe der Zugspitze ab. Im Dezember geht‘s auf die Malediven. „Da will ich meine Seele baumeln lassen. Von dem Urlaub träume ich schon sehr lange.“

Auch nach der Modelkarriere verfolgt Bräll noch Träume. Sie will Anwältin werden. Zurzeit interessiert sie sich für Wirtschaftsstrafrecht. Einen BWL-Bachelorabschluss hat sie bereits in der Tasche. Auch in ihrem späteren Berufsleben möchte sie eine gute Figur machen.

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