Mögliche Schließung von Schulen im neuen Schulentwicklungsplan

Schule wieder in Gefahr: Wildecker Parlament verabschiedet Resolution

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Der neu aufzustellende Schulentwicklungsplan für den Kreis könnte mögliche Schließungen von Schulen zur Folge haben: Das Wildecker Parlament befürchtet die Schließung seiner Schule und verabschiedete jetzt eine Resolution dagege.

Wildeck. Das Parlament in Wildeck befürchetet die Schließung ihrer Schule. Grund dafür ist der neu aufzustellende Schulentwicklungsplan des Kreises, der Schulschließungen enthalten könnte. Um ihren Standpunkt zu verdeutlichen, verabschiedeten die Parlamentarier eine Resolution.

Als Dr. Kurt Schreiner am Dienstag den Aufmacher auf der Titelseite der HNA las, schrillten bei ihm alle Alarmglocken. „Danach ist die Schließung von Schulen im neu aufzustellenden Schulentwicklungsplan nicht auszuschließen“, berichtete das Mitglied der FWG-Fraktion in der Gemeindevertretung. Das gab für Schreiner den Anstoß, einen Dringlichkeitsantrag im Parlament auf den Weg zu bringen.

In einer Resolution lehnte die Gemeindevertretung dann einstimmig die Schließung von Schulstandorten in Wildeck ab. „In Hönebach haben wir eine der kleinsten Dorfschulen in Hessen. Bisher haben Lehrer, Eltern und Einwohner eine Schließung erfolgreich verhindern können“, betonte Dr. Schreiner. Jetzt sei die Schule wieder in erheblicher Gefahr. Die Schulkommission wird Empfehlungen für einen neuen Entwicklungsplan erarbeiten. Zurzeit wird dort der Bestand aufgenommen. Das nächste Treffen ist Anfang Dezember. Das letzte Wort hat der Kreistag. 

„Wir müssen Pfähle gegen eine Schließung einrammen“, betonte Schreiner. Die Arbeit mit den Kindern dort sei vorbildlich. „Hervorragende Arbeit“ Auch Rene Sufin von der SPD-Fraktion sprach von einer „Hiobsbotschaft“. Es sei zu befürchten, dass die Hönebacher Schule auf der Streich-Liste stehen werde. „Auch wir von der SPD haben immer für den Erhalt unserer Schulen gekämpft“, sagte Sufin. „Lehrer und Betreuer leisten in der Grundschule in Hönebach hervorragende Arbeit“, betonte Christof Schade. Zwei seiner Kinder gehen in die Schule. „Auch als Mitglied der CDU-Fraktion muss ich nicht in allen Punkten mit unserem Landrat einer Meinung sein.“ „Wie das Hallenbad in Obersuhl sind auch die Schulen ein wesentlicher Faktor der Infrastruktur“, sagte der Fraktionschef der FDP, Gerhard Bick.

Leiterin: Wir können anders arbeiten

Sehr erfreut zeigte sich die Leiterin der Hönebacher Grundschule, Evelyn Schwab, über die Resolution, die im Parlament verabschiedet wurde. „Das zeigt, dass die ganze Gemeinde hinter uns steht“, sagte Schwab auf Anfrage unserer Zeitung. Es sei unglaublich wichtig, dass alle Schulen erhalten bleiben, erklärte die Leiterin. 

Die Schule sei sehr wichtig für das Dorfleben, für die Familienplanung und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. „Wir arbeiten nicht besser als die Lehrer und Betreuer in großen Schulen. Aber wir können anders arbeiten“, betonte Schwab. „Wir können besser auf die Kinder eingehen.“ Nach ihren Erfahrungen haben immer mehr Schulkinder größere Schwierigkeiten. „Da können wir sie gerade in unserem kleinen System sehr gut betreuen.“ 

An der Schule wird seit Jahrzehnten jahrgangsübergreifender Unterricht erteilt. Das erste und zweite Schuljahr ist zusammengefasst zu einer Klasse, und das dritte und vierte Schuljahr ebenfalls. Zurzeit sind insgesamt 27 Schüler aus Hönebach und Kleinensee in den beiden Klassen. In diesem Jahr liegt die Schule damit an der Untergrenze, weil nur vier Schüler eingeschult wurden. Im kommenden Jahr werden die Zahlen aber wieder im Normalbereich sein: Dann werden 10 Kinder eingeschult. 

„Entgegen dem Trend eine relativ große Gruppe“, betont die Schulleiterin. Mittlerweile seien auch andere Schulen, die keine Probleme mit den Schülerzahlen haben, zum jahrgangsübergreifenden Unterricht übergegangen. Anerkennung gibt es sogar vom Kultusministerium: Seit 2015/16 nimmt die Schule an dem Versuch „Jahrgangsgemischte Grundschule“ teil – als eine von sechs Schulen in Hessen.

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