Stadionlaufbahn seit drei Jahren nicht mehr für Wettkämpfe nutzbar

Obersuhl. Sie sind sauer, enttäuscht und ratlos - die Mitglieder der Leichtathletik-Abteilung des TV Obersuhl. Seit 2014 sind auf der Stadionlaufbahn keine Wettkämpfe mehr möglich.

Zunächst kam die Baufirma noch, um die auftretenden Blasen auf der neuen Kunststoffbahn auszuschneiden und durch Flicken zu ersetzten. Seit langem aber wurde die Laufbahn nicht mehr ausgebessert und ist nicht mehr nutzbar. Auch die Anlaufbahn der Weitsprunganlage ist defekt. Das Regenwasser läuft nur unzureichend ab.

„Drei Jahre Stillstand. Wer hat seinen Job nicht gemacht?“, fragen nun die Mitglieder des Turnvereins. Die Verantwortlichen des TVO sind sich einig, dass hier Steuergelder verschwendet wurden. „Hat man möglicherweise an der falschen Stelle gespart?“

Dramatische Folgen

Für den Verein hat diese Situation dramatische Folgen. „Der Traditionsverein bringt seit 1930 erfolgreiche Leichtathleten aus seinen eigenen Reihen hervor. Über viele Jahrzehnte wurden auf der Sportanlage in Obersuhl über die hessischen Landesgrenzen hinaus bekannte Wettkämpfe und Meisterschaften ausgetragen - mit Teilnehmerzahlen, von denen viele Vereine nur träumen konnten“, teilt der Verein mit. Olympiasieger, Welt- und Europameister starteten dort bei Wettkämpfen. Garant für den Erfolg sei unter anderem die gute Organisation gewesen. Der Ausfall dieser Einnahmen bedeutet auch einen erheblichen finanziellen Verlust für den Verein.

Nach 30 Jahren intensiver Nutzung musste die Bahn saniert werden. Deshalb stellte der TVO 2002 einen Antrag für die Erneuerung der Bahn bei der Gemeinde. Damals war Jürgen Grau Bürgermeister. Das Ausschreibungsverfahren lief 2008 mit dem Ziel, eine mit dem Prädikat vorzüglich zertifizierte Sprintbahn zu erhalten. 2009 wurde die sanierte Kunststoffbahn eingeweiht.

Schäden immer schlimmer

Nach nur einem Jahr wurden erstmals Mängel auf der Laufbahn festgestellt. Auf der neuen Kunststoffbahn bildeten sich Blasen unter dem Belag. Jährlich informierte der TVO die Verantwortlichen der Gemeinde über den aktuellen Stand der Schäden, die immer größer wurden. Mittlerweile wurde die Baufirma von einer holländischen Firma übernommen, teilt der Verein mit.

Die Bahn war dann 2014 in einem so desolaten Zustand, dass der Verein einen sicheren Wettkampfbetrieb nicht mehr gewährleisten konnte.

Mit Auftreten der ersten Mängel im Jahr 2010 sei bekannt, dass bei der Sanierung der Anlage nachlässig gearbeitet wurde, betont der Verein. Inzwischen laufen gerichtliche Einigungsversuche, die auf Grund von Terminverschiebungen immer wieder hinaus gezögert werden, heißt es in der Mitteilung des Vereins. Jetzt drängt der TVO darauf, endlich eine Lösung zu finden.

Das Verfahren verzögere sich immer wieder, weil der eine oder andere Prozessbeteiligte zu einem Termin nicht erscheinen konnte, erklärte Bürgermeister Alexander Wirth. Die Gemeinde habe nicht dazu gehört. „Ich habe dem Gericht im Winter einen Brief geschrieben, mit der dringenden Bitte, das Verfahren zu beschleunigen und die Termine besser zu koordinieren“, berichtet Wirth.

Wer sonst noch betroffen ist, was in dem Gutachten steht, und wie es zu der Klage vor Gericht kam, lesen Sie in der gedruckten Donnerstagausgabe unserer Zeitung.

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