Fünf Nein-Stimmen, eine Enthaltung

Trotz Bedenken: Wildeck öffnet sein Freibad

Vieles, was Spaß macht, bleibt im Freibad in Obersuhl geschlossen: Dazu gehören auch das Volleyballfeld und die Spielgeräte im Außenbereich. 
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Vieles, was Spaß macht, bleibt im Freibad in Obersuhl geschlossen: Dazu gehören auch das Volleyballfeld und die Spielgeräte im Außenbereich. 

Ob diese Entscheidung sich als richtig oder falsch erweisen wird, steht in den Sternen. Das war allen Wildecker Gemeindevertretern klar.

Dennoch haben die Parlamentarier nach intensiver Abwägung aller Argumente entschieden, das Freibad in Obersuhl trotz der Corona-Pandemie zu öffnen. Sie stimmten einer Beschlussvorlage zu, die im Vorfeld alle Gremien der Gemeinde gemeinsam erarbeitet hatten.

Dafür stimmten 14 Gemeindevertreter, fünf votierten mit nein, ein Parlamentarier enthielt sich der Stimme. FWG, CDU, FDP und Grüne stimmen geschlossen für die Öffnung. In der SPD-Fraktion gab es keine einheitliche Linie.

Das Freibad wird auf der Grundlage des erarbeiteten Corona-Hygienekonzepts ab Mittwoch, 8. Juli, geöffnet. Das Konzept ist zum Teil noch strenger als in anderen Kommunen. Der Gemeindevorstand kann alle weiteren Entscheidungen zur Umsetzung und Änderung des Konzepts treffen. Dazu gehört auch, wenn eine Schließung erforderlich sein sollte.

Bürgermeister Alexander Wirth erinnerte vor der Abstimmung an den Ernst der Lage. „Vieles geht mir persönlich viel zu schnell und ich vermute, dass wir zwischen dem Ende der Sommerferien und den Herbstferien einen zweiten Rückschlag erfahren werden, der den ersten Schlag in den Schatten stellen wird. Von daher ist es kein Geheimnis, dass ich zu den Befürwortern einer Nicht-Öffnung zähle“, sagte Wirth. „Aber wir alle verspüren auch, dass wir uns nach Begegnungen sehnen und uns alle wieder das „normale Leben“ wünschen. Die Bäder in den Nachbarschaften öffnen ebenfalls. Letztendlich entscheidet jeder Bürger für sich, ob er sich diesem Risiko aussetzt oder nicht“, sagte Wirth. „Wir haben gemeinsam ein Schutzkonzept entwickelt. Ein Schutzkonzept, das unter allen Umständen eingehalten werden muss“.

„In unser aller Brust schlagen hier zwei Herzen. Wir haben es uns mit der Entscheidung nicht leicht gemacht“, sagte der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Egon Bachmann.

Bernd Sauer, der Fraktionschef der FWG, plädierte für eine Öffnung. Er erinnerte daran, wie wichtig die sozialen Kontakte gerade auch für die Kinder sei. „Auch die DLRG-Ortsgruppe wird sich über die Öffnung freuen“, betonte Sauer. Ein gewisses Restrisiko bleibe immer.

„Die Öffnung ist ein Zeichen von ein bisschen Normalität in Zeiten von Corona“, betonte Edeltraud Kopschitz (CDU). „Unsere Kinder waren zuhause eingesperrt. Das Freibad ist für sie ein wichtiges Ausgleichsventil“, sagte der Fraktionschef der FDP, Gerhard Bick. „Das Bad zu öffnen ist emotional und rational die richtige Entscheidung hier und heute. Wie es in Zukunft sein wird, wissen wir nicht“, sagte Erik Dänner (Grüne).

„Jeder Gemeindevertreter entscheidet heute nach bestem Wissen und Gewissen. Und jeder Bürger entscheidet selbst über seine Gesundheit und ob der das Bad nutzt oder nicht“, betonte Armin Körzell, der Vorsitzende der SPD-Fraktion. 

Das Hygiene-Schutzkonzept stellte Bürgermeister Wirth vor: Die täglichen Öffnungszeiten sind von 10 bis 13.30 Uhr und von 15 bis 18.30 Uhr. Der Eingang und Ausgang findet im nördlichen Badbereich beim Haupteingang/Kiosk statt. Die maximal zulässige Personenanzahl im Freibad wird auf 250 Personen festgesetzt. Davon dürfen sich maximal 80 Personen im Schwimmbecken und maximal 170 Personen auf der Liegefläche aufhalten. Die Duschbereiche im Umkleidebereich sind gesperrt. Vor dem Zugang ins Schwimmbecken ist ein Armband aus einer Desinfektionsmittellösung zu nehmen und nach dem Verlassen ist das Band wieder in die Desinfektionsmittellösung zurückzulegen. Die Anzahl der Armbänder und somit die Zugangsberechtigung ins Schwimmbecken wird auf 80 begrenzt. Für den einzelnen Besucher gibt es keine Garantie, das Schwimmbecken benutzen zu können. Der Kiosk ist geöffnet. Geschlossen bleiben der Duschbereich im Badgebäude, das Kinderplanschbecken, Sprungtürme und Startblöcke. Erwachsene ab 18 Jahren zahlen pro Einlass zwei Euro Eintritt, Kinder und Jugendliche von 6 bis 17 Jahren einen Euro.

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