Wahlanalyse Wildeck: FWG zieht an CDU vorbei

Wildeck. In Wildeck hat die Kommunalwahl einiges durcheinandergewirbelt - und noch ist nicht absehbar, wie genau es in der Gemeindevertretung weitergeht.

Klarer Sieger ist die FWG, die um 6,3 Prozent zulegte und sogar noch die CDU überholt hat. Als klarer Verlierer geht die CDU mit minus 7 Prozent aus der Wahl hervor.

Am meisten profitiert allerdings die SPD von dem Wahlergebnis: Sie hat jetzt wieder die Mehrheit im Parlament, wenn sie zum Beispiel wie bisher mit der FDP zusammenarbeitet. In den vergangenen fünf Jahren hatten CDU, FWG und Grüne die Mehrheit. Die drei Fraktionen hielten bei vielen Themen zusammen. Aus dem engen Bündnis war in letzter Zeit aber schon zunehmend ein freier Bund geworden.

Denkbar ist auch - und das hat sich in den vergangenen Monaten schon abgezeichnet - dass die Zeit der Grabenkämpfe so langsam vorbeigeht - und sich je nach Thema unterschiedliche Verbündete finden. Das Parlament hat statt 31 nur noch 23 Sitze.

„Konstant sozial“ 

Auf jeden Fall zufrieden kann die SPD mit dem Ergebnis sein. Sie verlor nur 1 Prozent - im kreisweiten Vergleich ein gutes Ergebnis. Udo Sauer, der als Spitzenkandidat mit 1763 Stimmen auch auf Platz eins der SPD-Liste landete, erklärt sich das so: „Wir haben durch gute und sachorientierte Oppositionsarbeit überzeugt, wichtige Entscheidungen verantwortlich mitgetragen und einen fairen Wahlkampf geführt.“ Die Politik der SPD sei konstant sozial gewesen. Was die Zusammenarbeit mit den anderen Fraktionen angeht, will sich die SPD noch nicht festlegen. Den Kurs werde die neue gewählte Fraktion noch bestimmen.

Die klaren Sieger 

Die große Überraschung in Wildeck ist das Abschneiden der FWG. „Über das Ergebnis haben wir uns riesig gefreut“, betont Spitzenkandidat Dr. Kurt Schreiner, der mit 877 Stimmen auf Platz 2 der Liste hinter Bernd Sauer (908 Stimmen) landete. Für den Erfolg sieht Schreiner zwei Gründe: „Wir haben gute politische Arbeit geleistet.“ Außerdem seien viele von den sogenannten Volksparteien enttäuscht und zu den Freien Wählern abgewandert.

Ob es im Parlament wieder Koalitionen gebe, stehe noch nicht fest. „Eigentlich ist die Zeit der Grabenkämpfe vorbei. Wir sollten das nicht mehr so verbissen sehen und mehr projektorientiert entscheiden.“ Die FWG freut sich, dass Steffen Sauer wieder mit an Bord ist. Er war nach seinem enormen Engagement in der bürgermeisterlosen Zeit und der verlorenen Bürgermeisterwahl - verständlicherweise - erst mal abgetaucht.

Aus für Frauen-Duo

Die Grünen erreichten nur 5,4 Prozent der Stimmen - 1,3 Prozent weniger als 2011. „Vor fünf Jahren haben die Leute vor allem wegen dem Zwischenfall in Fukushima grün gewählt. Jetzt sind es andere Themen - wie das Flüchlingsthema - die die Kommunalpolitk überlagern“, sagt Martina Selzer, die als Spitzenkandidatin mit 409 Stimmen auf Platz 2 der Liste gelandet ist, hinter Christian Eimer mit 540 Stimmen.

Positiv für die Grünen in Wildeck ist, dass sie nicht so viel verloren haben wie im Landesdurchschnitt, und dass sie erstmals einen Sitz in einem Ortsbeirat haben - in Hönebach. „Natürlich ist es bitter, dass wir nur noch einen Sitz im Parlament haben und keinen mehr im Gemeindevorstand“, betont Selzer. Trotzdem wollen die Grünen munter und aktiv weitermachen. Sehr wahrscheinlich wird Christian Eimer den Platz im Parlament einnehmen. Martina Selzer und Kaya Kinkel (379 Stimmen/Platz 3) müssen das Feld räumen.

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Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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