Altlasten aus dem Bergbau

Weitere Arsenfunde in Richelsdorf: Suche nach Giftstoffen wird ausgeweitet 

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Die Schadstoff-Funde sorgen in Richelsdorf für Wirbel: Der Spielplatz war schon im Herbst gesperrt worden, der neue Minigolfplatz links ging nie in Betrieb. Die Schwermetalle sind über den Bach Weihe in den Ort geschwemmt worden. Die Halde mit belastetem Boden ist am Rand des Spielplatzes aufgeschoben und mit einer blauen Plane bedeckt worden. Innerhalb der nächsten zwei Wochen soll der belastete Boden in Containern weggeschafft werden.

Richelsdorf. Was Experten befürchtet haben, ist eingetreten: Auf weiteren Grundstücken in Richelsdorf (Kreis Hersfeld-Rotenburg) ist bei Untersuchungen eine Belastung mit Arsen festgestellt worden.

Nachdem zuvor schon über 30 private und öffentliche Grundstücke entlang des Baches Weihe untersucht worden waren, hatten die Fachleute zuletzt weitere zwei öffentliche Grundstücke ins Visier genommen. Hier wurde eine Überschreitung des Prüfwertes vor allem bei dem Halbmetall Arsen um das zwei- bis vierfache festgestellt. Von einer „mittelschweren Belastung“ spricht Zrinko Rezic von der Hessischen Industriemüll GmbH (HIM), die im Auftrag des Landes für die Sanierung von Altlasten zuständig ist.

Der Wildecker Ortsteil Richelsdorf kämpft Jahrzehnte nach der Schließung mit den Altlasten aus dem Bergbau der Richelsdorfer Hütte und der Deckweiß-Produktion. Die Weihe hat die Schwermetalle vom Betriebsgelände bis in den Ort getragen. Zum Teil wurden die Giftstoffe durch Hochwasser auf die Grundstücke geschwemmt, zum Teil wurden sie – ohne es zu wissen – mit belasteter Erde aufgefüllt. 

So geht es weiter

Auch wenn nicht alle Grundstücke am Bach belastet sind, gehen die Experten davon aus, dass sehr wahrscheinlich Grundstücke im gesamten Ort entlang der Weihe betroffen sind. Jetzt sollen auf einer Länge von etwa 150 Metern weitere öffentliche und private Grundstücke untersucht werden. Damit reichen die Untersuchungen vom westlichen Ortsrand bis über die Ortsmitte hinweg. Die Probebohrungen werden auf den öffentlichen Flächen beginnen und dann bei den privaten weitergehen, wenn die Grundstücksbesitzer informiert sind, erläuterte Rezic. „Ziel der Untersuchungen ist, Sicherheit für die Grundstücksbesitzer zu bekommen.“

Unscheinbare, aber wichtige Einrichtung: die neue Grundwasser-Messstelle neben dem neuen Sportplatz. Auf dem Foto ist sie noch mit einem Sack abgedeckt. Sie bekommt noch einen richtigen Verschluss. Die Messstelle vor dem Backhaus ist ganz in den Boden eingelassen. Foto: privat/nh

Grundwasser im Blick

Unterdessen hat das Land außerdem vier weitere Grundwasser-Messstellen im Dorf eingerichtet – alle auf öffentlichen Flächen. Dabei soll geklärt werden, in welchem Umfang Schwermetalle vom Boden in das Grundwasser ausgewaschen worden sind. Die Messstellen wurden unter anderem vor dem Backhaus und in der Nähe des neuen Sportplatzes eingerichtet. Damit reicht das Messstellen-Netz bis in die Mitte des Ortes.

Der Minigolfplatz

Das stark mit Schwermetallen belastete Bodenmaterial vom Bau der neuen Minigolfanlage liegt zurzeit noch auf einer Halde am Rand des benachbarten Spielplatzes. Das Material soll voraussichtlich innerhalb der nächsten zwei Wochen in Container umgefüllt und bei der Wasseraufbereitungsanlage auf dem ehemaligen Betriebsgelände der Richelsdorfer Hütte zwischengelagert werden. Die 16 Container stellt das Land zur Verfügung. Sie werden zurzeit aus Südhessen nach Richelsdorf transportiert – von einer heimischen Firma, berichtete Wildecks Bürgermeister Alexander Wirth. Hin- und Rücktransport kostet die Gemeinde insgesamt 8000 Euro.

Wie es mit dem Minigolfplatz und dem Spielplatz weitergeht, lesen Sie in der gedruckten Mittwochausgabe unserer Zeitung und im ePaper. 

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