21-Jährige aus Wildeck

Ausnahmetalent Marisa Linß: "Singen macht den Kopf frei"

Zwischen Skyfall und Wasserfall: Marisa Linß vor den Niagara-Fällen auf der Reise der Ulli-Meiß-Chöre nach Kanada. Foto: privat

Hönebach. Von der jungen Sängerin Marisa Linß aus Wildeck wird noch viel zu hören sein. Wir haben mit ihr gesprochen.

Ihre große Leidenschaft geht bei Marisa Linß sogar unter die Haut. Einen kleinen Notenschlüssel trägt die 21-jährige Hönebacherin als Tattoo auf der Innenseite des linken Handgelenks. Marisa lebt ganz im Fluss der Musik. „Seit ich denken kann, wollte ich Sängerin werden“, sagt die junge Frau - und sie ist auf einem guten Weg, ihren Lebenstraum zu verwirklichen.

Vielleicht wurde ihr die Musik ja in die Wiege gelegt. Marisa Linß ist die Enkeltochter des Wildecker Herzbuben Wilfried Gliem - eines Vollblutmusikers, wie er auf dem Notenblatt steht. „Mein Opa mischt sich bei mir nicht ein, aber ich kann ihn jederzeit um Rat fragen“, erzählt Marisa.

Video: Marisa Linß singt Skyfall in der Hersfelder Stiftsruine

Gesungen wurde in ihrer Familie eigentlich schon immer. Ihre ersten Auftritte hat Marisa als kleines Mädchen beim Karneval in Hönebach. Bei einem Geburtstagsständchen der Ulli-Meiß-Chöre für ihren Großvater entstand vor acht Jahren der Kontakt zu dem Chorleiter vom Obersberg, der sofort das Talent der jungen Hönebacherin erkannte.

Obwohl Marisa in Gerstungen zur Schule ging, nahm Ulli Meiß sie in seinen Chor auf. Immer wieder brilliert sie bei den Konzerten der jungen Sängerinnen und Sänger mit anspruchsvollen Solo-Auftritten. So zuletzt beim Festspiel-Abschlusskonzert mit dem James-Bond-Song „Skyfall“, der höchste Anforderungen an die Interpretin stellt.

„Ich schätze Marisa aufgrund ihrer sängerischen Qualitäten, aber vor allem auch wegen ihrer menschlichen und sozialen Einstellung“, sagt Ulli Meiß über das Ausnahmetalent. Und auch die anderen Chormitglieder wissen Marisas Qualitäten offenbar zu schätzen, sodass es gar nicht erst zu Eifersüchteleien kommt.

Für ihren musikalischen Erfolg arbeitet Marisa Linß aber neben ihrer Ausbildung zur Erzieherin auch hart. „Ich wollte ein zweites Standbein haben, und die Arbeit mit den Kindern lässt sich gut mit der Musik verbinden“, sagt Marisa, die ihren kleinen Schützlingen die Aufforderung zum Zähneputzen auch schon mal vorsingt.

An der Schule für Sozialpädagogen in Heimboldshausen lernt sie auch „Shiregreen“ alias Klaus Adamaschek kennen, der dort ihr Deutschlehrer ist. „Seine Stimme hat mich sofort begeistert“, sagt Marisa, die „Shiregreen“ inzwischen bei dessen Konzerten unterstützt. Nach der Schule nimmt die Hönebacherin außerdem klassischen Gesangsunterricht, lernt Klavierspielen und singt in der Cover-Rockband „Stripped Lounge“ im Werratal. „Ich mag jede Art von Musik und bin offen für alles, denn man kann von jeder Musikrichtung lernen“, sagt Marisa. Sie ist gerade von der Konzertreise der Ulli-Meiß-Chöre durch Kanada zurückgekehrt - „der besten Reise meines Lebens, der Chor ist wie meine zweite Familie“. Auch in Kanada hat sie wieder die Erfahrung gemacht, dass Musik die Menschen der Welt verbindet.

Große Pläne 

Nach der Ausbildung möchte Marisa Linß Gesang studieren, am liebsten in Weimar. Die Aufnahmeprüfung ist schwer - „aber machbar“, sagt sie selbstbewusst. Für die Zukunft wünscht sie sich, dass das Singen wieder mehr an Bedeutung gewinnt, zum Beispiel in den Familien. „Singen macht den Kopf frei und immer gute Laune.“ Womöglich ist das ja das Geheimnis ihres Erfolgs.

Zur Person: 

Marisa Linß (21) ist in Bad Hersfeld geboren und in Wildeck-Hönebach aufgewachsen. Nach ihrem Abitur am Philipp-Melanchthon-Gymnasium in Gerstungen hat sie eine Ausbildung als Sozialpädagogin in Heimboldshausen begonnen. Marisa Linß lebt mit ihrem Freund, der bei K+S arbeitet, in Hönebach.

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