Elektroschrott, Plastik und Öl entdeckt

Wilder Müll bei Holzheim erzürnt Waldbesitzer - Bußgeld droht

Weihnachtsdeko, eine alte Parkuhr und mehr: Revierförster Rolf Fischer (links) und Reinhold Fabiunke, 1. Vorsitzender des Interessentenwalds Holzheim, haben mal wieder illegal entsorgten Müll im Wald entdeckt.
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Weihnachtsdeko, eine alte Parkuhr und mehr: Revierförster Rolf Fischer (links) und Reinhold Fabiunke, 1. Vorsitzender des Interessentenwalds Holzheim, haben mal wieder illegal entsorgten Müll im Wald entdeckt.

Illegal entsorgter Müll im Wald sorgt immer wieder für Ärger bei den Waldbesitzern. Denn sie sind es, die sich dann um die Entsorgung kümmern müssen.

Holzheim – Es ist zwar nicht das erste Mal, dass Reinhold Fabiunke und Rolf Fischer im Wald wild „entsorgten“ Müll entdeckt haben. Trotzdem, oder gerade deshalb, ärgern sich beide noch genauso wie beim ersten Mal.

Weihnachtsdeko, eine alte Parkuhr, ein Regenschirm, ein Handtuch, aber auch ein fast historisches Radio, eine Kaffeemaschine, ein aufgeschnittener Öltank und noch vieles mehr sind in dem Haufen Unrat auszumachen. Überraschen kann die Männer aber eigentlich kaum noch etwas.

„Ich habe schon 100 volle Einmachgläser und Schlachtabfälle gefunden“, berichtet Fabiunke kopfschüttelnd. Der 67-Jährige ist seit über 20 Jahren Vorsitzender des Interessentenwalds Holzheim und entsprechend häufig in dem 130 Hektar großen Waldgebiet unterwegs. Ebenso wie Rolf Fischer, Förster im Revier Niederaula beim Forstamt Burghaun. Auf dem Weg nach Haunetal hat er just den nächsten illegalen Müllhaufen entdeckt.

Auch ein altes Radio und ein zerschnittener Öltank liegen in dem wilden Haufen.

Etwa einmal im Monat stößt Fischer in seinem Revier eigenen Angaben nach auf illegalen Müll, wobei sich das Problem mit Beginn der Corona-Pandemie noch verschärft habe. Vermutlich hätten viele Menschen die Zeit des Lockdowns genutzt, um auszumisten, mutmaßt er. Von drei bis vier Fällen pro Jahr spricht Fabiunke. Nicht immer handele es sich „nur“ um Privatmüll. Auch gewerbliche Müllsünder seien leider keine Seltenheit. Ganze Lkw-Ladungen Kabelisolierung und Kunststoffschürzen habe man neben Altreifen schon in Wald und Flur entdeckt. Das sei nicht nur ärgerlich, weil für die Entsorgung dann der Grundstückseigentümer zuständig ist, sondern könne natürlich auch negative Folgen für die Pflanzenwelt haben und Tieren gefährlich werden, die im Müll nach Essbarem suchen.

Den Abtransport und die korrekte Entsorgung übernimmt im aktuellen Fall der Bauhof der Marktgemeinde Haunetal, zumal der Fundort in der Nähe einer gemeindeeigenen Straße liegt. „Wenn es sich um große Mengen Müll im öffentlichen Bereich handelt, sind wir kulant und versuchen, zeitnah zu handeln, anstatt über Zuständigkeiten zu diskutieren“, erklärt Bürgermeister Timo Lübeck, der darüber hinaus deutliche Worte für die Täter findet: „Ich verstehe die Blödheit derjenigen nicht“, sagt er mit Blick auf die diversen Möglichkeiten, auch größere Mengen Müll sowie Sondermüll legal und meist sogar kostenfrei zu entsorgen. Bei illegaler Ablagerung droht zusätzlich zu den Entsorgungskosten auch ein Bußgeld. Drei bis vier Fälle wilder Müllentsorgung sind Lübeck allein seit seinem Amtsantritt im Dezember 2020 bekannt. Verstöße werden von den Abfallbehörden als Ordnungswidrigkeit verfolgt. In besonders schweren Fällen wird die Polizei wegen Verdachts auf Vorliegen einer Straftat eingeschaltet.

Auf der Suche nach Hinweisen werden Rolf Fischer und Reinhold Fabiunke tatsächlich fündig.

Auch der aktuelle Fall wurde von Reinhold Fabiunke sofort angezeigt. Und was ihn besonders freut: Beim Blick in einen vollgestopften Müllsack hat Rolf Fischer doch noch eine heiße Spur entdeckt. Ein Kontoauszug von 2011 ist noch gut lesbar und liegt nun der Polizei vor. (Nadine Meier-Maaz)

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