Nur die Grünen wollen weitere Anlagen

Sturm der Entrüstung wegen Windkraft in Eiterfeld

Windkraftanlagen im Wald in Baden-Württemberg.
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Windkraft im Wald: Unser Bild zeigt Anlagen in Baden-Württemberg. In Eiterfeld wehren sich die Gemeindevertreter gegen immer neue Anlagen in der Marktgemeinde.

Die Eiterfelder Gemeindevertreter haben sich mit großer Mehrheit, wie im Jahre 2015, gegen die Errichtung weiterer Winkraftanlagen auf dem Gebiet der Marktgemeinde ausgesprochen.

Eiterfeld - Lediglich die beiden Vertreter der Grünen stimmten gegen eine von den Freien Wählern eingebrachte Resolution.Das Resolutions-Papier ist an das Regierungspräsidium in Kassel gerichtet. Darin wird der RP aufgefordert, die aktuell geplanten acht weiteren Anlagen im Bereich Buchenau nicht zu genehmigen.

Ebenso sollten die Planungen für weitere Anlagen auf dem Eichberg bei Ufhausen nicht weiter verfolgt werden. Der Gemeindevorstand hat nach der Abstimmung in der Gemeindevertretung nun die Aufgabe, diese Resolution nach Kassel zu schicken.

Für das Gros der Gemeindevertreter habe die Marktgemeinde ihren Beitrag zur regenerativen Energieerzeugung längst geleistet. Auf Gemeindegebiet drehen sich bereits 17 Windenergieanlagen. „Wir waren regelrecht entsetzt, als wir von den Vorhaben erfahren haben. Hier geht es ausschließlich um die Profitgier privater Waldbesitzer. An unserer bisherigen Haltung gegen weitere Anlagen hat sich nichts geändert“, sagte Klaus-Dieter Rucht (CDU). Und Pascal Möller von der FWG vermochte sich einen Seitenhieb auf den Grünen Thomas Budde nicht verkneifen, der sich vehement für regenerative Stromerzeugung einsetzt und den Anblick von Windrädern regelrecht liebe: „Es hat den Anschein, als weht der Wind im Landkreis Fulda nur in Eiterfeld.“

Als besonders ärgerlich empfand es Yvonne Hohmann von der FWG, dass bei der Genehmigung von Windkraftanlagen insbesondere der Naturschutz keinerlei Rolle mehr spiele. So brüte in dem für Windanlagen vorgesehenen Waldstück bei Ufhausen der Uhu. Eigentlich ein Ausschlusskriterium für die Windenergie. Das gelte aber wohl in Eiterfeld nicht.

Selbst für Eva Kohlmann (SPD), die sich als ehemalige Befürworterin der Windkraft im Eiterfelder Land outete, sei nun die Grenze erreicht. „Als die Windräder, wie bei Körnbach, eine Nabenhöhe von 60 Metern hatte, habe ich diese Form der Stromerzeugung als gut empfunden. Doch mittlerweile, bei einer Nabenhöhe von 200 Metern und mehr, spreche ich nicht mehr von Windrädern. Das sind Industrieanlagen. Und von den Beteiligungsmodellen ist nicht viel geblieben. Das Geld machen nur die Investoren.“

Ihr Fraktionskollege Georg Nophut knüpfte an die nun verabschiedete Resolution aber auch einen notwendigen Aufschrei innerhalb der Eiterfelder Bevölkerung: „Bevor wir von der Gemeinde Geld in die Hand nehmen, um rechtliche Schritte gegen die neuen Windkraftprojekte einzuleiten, erwarte ich Bürgerinitiativen und Bürgerbegehren gegen diese Projekte.“ (Mario Reymond)

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