Windpark: Gemeinde Alheim sauer auf Hessen Forst

Baumbach. Das Gemeindeparlament von Alheim protestiert gegen die Vorgehensweise der Landesbehörde Hessen Forst in Bezug auf die Entwicklung des Windparks Rehkopf.

Allerdings mochten sich vier Gemeindevertreter diesem Protest nicht anschließen, vier weitere enthielten sich. 13 Kommunalpolitiker unterstützen in der Sitzung am Dienstag in Baumbach ein entsprechendes Schreiben des Gemeindevorstands.

Wie berichtet, hat Hessen Forst ein breites Bieterverfahren angestoßen, bei dem 90 potenzielle Windkraft-Unternehmen angeschrieben worden waren. Hessen Forst, also dem Land Hessen, gehört fast die gesamte Fläche am Rehkopf, wo sich künftig bis zu neun Windräder drehen könnten. Das Gebiet liegt auf einer Anhöhe zwischen den Ortsteilen Sterkelshausen, Licherode und Oberellenbach

Die Gemeinde war eine Kooperation mit der Stadtwerke-Union Nordhessen eingegangen, um dieses Windfeld zu entwickeln und dabei Bürgerbeteiligung zu ermöglichen. Sie will nun an der Entscheidung, wer das Windfeld entwickeln darf, beteiligt werden.

Bürgermeister Georg Lüdtke beklagte, dass Hessen Forst durch das Bieterverfahren sämtliche Bemühungen der Gemeinde einfach beseite geschoben habe. Die Kommune wollte, auch mit den Zubra-Partnerstädten Rotenburg und Bebra, beim Ausbau der Windenergie die finanzielle Wertschöpfung und die Bürgerbeteiligung gefördert wissen. Die Menschen der Region sollten nicht nur mögliche Belastungen durch Windkraft ertragen müssen, sondern einen Gewinn davon haben. Die Kommunen selbst versprachen sich bislang Finanzspritzen durch Pachterträge.

Für SPD-Fraktionsvorsitzenden Udo Aschenbrenner wäre es deshalb auch nur konsequent, wenn Hessen Forst beziehungsweise das Land den betroffenen Kommunen 30 Prozent der Pachterträge überließe - so wie es in Rheinland-Pfalz geschehe. Auch Martin Stückrad von der CDU sah dies so. Seine Fraktionskollegen Volker Klöpfel und Friedhelm Diegel dagegen sind der Auffassung, dass ein Eigentümer über seine Grundstücke verhandeln kann, wie er will. Die Gemeinde solle Hessen Forst gegenüber moderater auftreten und über eine mögliche Entschädigung verhandeln, forderten beide.

Der Bürgermeister verwies auf bereits geführte Gespräche mit Hessen Forst: Eine Beteiligung der Kommunen werde es demnach nicht geben, weil die Landesbehörde seitens des Landesrechnungshofs angewiesen worden sei, einen möglichst hohen Gewinn zu erzielen.

Lüdtke ärgert sich: „Wir möchten so nicht behandelt werden. Wir können nur protestieren gegen diese nicht verständliche Position.“

Rubriklistenbild: © dpa

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