22-Jährige „Praktikantin“ zahlte über Monate in Pension keine Miete

Dem Wirt Märchen erzählt

Rotenburg. Unter Vorspiegelung falscher Tatsachen mietete sich eine 22-Jährige aus dem Kreisgebiet über drei Monate lang in einem Gästehaus in Bad Hersfeld ein. Sie verfügte über keinerlei Einkommen und wusste, dass sie die Rechnung nicht bezahlen konnte. Jetzt musste sich die junge Frau vor der Strafrichterin im Amtsgericht Rotenburg verantworten. Die Staatsanwaltschaft Fulda warf ihr Betrug vor.

Die 22-Jährige hatte das Zimmer in der Pension zunächst für drei Tage gemietet. Sie arbeite in einem Krankenhaus auf Probe, sagte sie dem Betreiber. Für die Kosten werde das Arbeitsamt aufkommen. Aus den drei Tagen wurde ein Vierteljahr, in denen die Angeklagte nicht zahlte und den Vermieter immer wieder vertröstete. Das Praktikum sei verlängert worden, erzählte sie. Schließlich berichtete sie, man habe sie übernommen. Als der misstrauisch gewordene Vermieter Nachforschungen über seinen Gast anstellte, fand er heraus, dass das Arbeitsamt von nichts wusste und die junge Frau in keiner Bad Hersfelder Klinik bekannt war. Er informierte die Polizei, die die 22-Jährige vorübergehend festnahm. Der Schaden belief sich auf 2620 Euro.

Obdachlosigkeit drohte nicht

Auf der Anklagebank gab die junge Frau ihre Tat zu, konnte oder wollte allerdings nicht sagen, warum sie in diese Lage hineingeraten war. Obdachlos wäre sie nicht gewesen, sie hätte bei Verwandten wohnen können.

Da die 22-Jährige geständig war und nicht vorbestraft ist, kam sie mit einer Verwarnung und einer Geldstrafe auf Bewährung davon. Als Auflage muss sie 60 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten und den Schaden wieder gut machen. Mit dem Betreiber der Pension hatte sie bereits vor der Verhandlung eine Vereinbarung zur Begleichung der Rechnung auf Raten geschlossen. (ysy)

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