Wolfgang Triebstein

Die bequeme Folterbank - oder, warum wir alle Rücken haben

Seit Jahrzehnten ist der Rückenschmerz der Spitzenreiter der nicht übertragbaren Krankheiten weltweit. Auch in unserem Land leidet heute nahezu jeder Mensch gelegentlich unter Rückenschmerzen. Sogar Kinder und Jugendliche sind in großer Zahl betroffen.

Und ebenso lang gibt es die Erklärung: Wir sind zu dick, wir bewegen uns zu wenig und die Bevölkerung wird zu alt. Doch trotz vieler Bemühungen verstärken sich die Probleme weiter. Vielleicht gibt es eine völlig andere Ursache für die Zunahme von Rückenschmerzen.

Beschwerden im Laden gekauft

Bevor der Rückenschmerz die Hitliste der weltweiten Erkrankungen erklommen hat, ist in der Schuhindustrie eine sehr effiziente und kostengünstige Methode der Sohlenherstellung eingeführt worden: der geschäumte Schuhboden aus PUR oder anderen Schäumen. Diese Neuerung wurde etwa Ende der siebziger Jahre eingeführt. Damit wurden die Herstellungskosten der Schuhe mehr als halbiert. Je größer die Menge der Schuhe umso günstiger der Preis. Deshalb haben die globalen Hersteller den größten Vorteil aus dieser Entwicklung. Dem Konsumenten wurden die Vorteile einer weichen Sohle als bequemes Laufgefühl schmackhaft gemacht. Und tatsächlich fühlen sich diese Sohlen sehr angenehm an. Es ergab sich eine win-win-Situation zwischen Hersteller und Kunden. Die Hersteller konnten extrem günstig produzieren und die Kunden konnten sehr bequem gehen. Schon Anfang der neunziger Jahre erreichten diese Schuhe einen signifikanten Marktanteil. Im gleichen Zeitraum begann sich die Operationsstatistik zu verändern. Während in den siebziger Jahren jährlich etwa gleichviele Menschen z.B. am Knie operiert wurden, begann Mitte der achtziger Jahre eine stetige Zunahme der Operationen um etwa 5 - 7% jährlich. Diese Entwicklung hält bis heute an, weil jetzt nahezu jeder Schuh mit geschäumten Sohlen und einem Fußbett ausgestattet ist. Die Fußbettung ist ein integraler Bestandteil der „bequemen“ Schuhe. Es rundet die Werbebotschaft ab: „Bequemes Gehen ist gesund.“ Das Gegenteil ist der Fall. Auch eine Fußbettung verändert die Standfläche und damit den Gang. Das Ergebnis erduldet jeder einzelne in seiner persönlichen Krankengeschichte. Statistisch wird jeder Mitbürger in Deutschland während seines Lebens dreimal an den Gelenken operiert.

Die negative Wirkung von weichen Schaumsohlen ist nicht gleich zu spüren. Erst nach einigen Wochen treten mannigfaltige Beschwerden im Körper auf. Deshalb ist für den einzelnen ein Zusammenhang zwischen den Schmerzen und den Schuhen nicht erkennbar. Im Gegenteil, viele loben die bequemen Schuhe, während sie sich mit Knie-, Hüft- oder Rückenschmerzen herumplagen. Dass der Rückenschmerz die Hitliste anführt, liegt an der Tatsache, dass jede Oberflächenänderung sofort über die Rückenmuskulatur ausgeglichen wird, sodass der Kopf immer gerade bleibt. Die Schaumsohlen verformen sich durch die Druckbelastung beim Gehen langsam. Deshalb treten die negativen Wirkungen individuell sehr unterschiedlich auf. Die Weichheit der Sohle, die Tragedauer und das Gewicht des Nutzers bestimmen die Verformung und damit das Auftreten von Beschwerden. Deshalb können die gleichen Schuhe sehr unterschiedliche Schmerzerscheinungen hervorrufen. Gerade Kinder und Jugendliche sind besonders anfällig für Rücken- und Nackenschmerzen. Zum einen tragen fast alle ständig „moderne“ Schuhe von Nike, Adidas, Skechers, Crocs, oder anderen Marken. Die globalen Sportschuhhersteller haben eine eigene Sohlenphilosophie, die im Sport erprobt ist. Das Tragen dieser Schuhe im Alltag erzeugt extreme Muskelspannungen. Andererseits reagieren die geschmeidigen jungen Muskeln sofort auf die Fehlstellung. Erst eine mehrstündige Tragezeit ermüdet die Muskeln und führt zu Verkrampfungen, die oft während Ruhephasen besonders hervortreten. Deshalb sind viele Jugendliche entweder rastlos oder versuchen sich möglichst wenig zu bewegen, um die Schmerzen der Verkrampfung zu vermeiden.

Selbstschutz ist notwendig

Da die wirtschaftlichen Vorteile dieser Art der Sohlenherstellung so extrem sind und die Werbebotschaft des bequemen Gehens weiterhin funktioniert, wird sich von industrieller Seite nichts ändern. So ist jeder Mensch, der Schuhe trägt, verdammt eine Vielfalt von Schmerzen zu ertragen. Neben den Rückenschmerzen erzeugen diese Schuhe auch die typischen Knie- und Hüftschmerzen, die langfristig zwangsläufig zum Gelenksersatz führen. Doch auch Erschöpfung, ständige Müdigkeit, Kopfschmerzen und viele andere Beschwerden können individuell auftreten.

Deshalb muss jeder Mensch, dem diese Zusammenhänge klar werden, sich selbst zu schützen versuchen. Ähnlich wie beim bewussten Essen sollte man sehr kritisch beim Schuhkauf vorgehen. „Schuhe mit weichen Sohlen und „guter“ Fußbettung“ sind oft Auslöser und Beschleuniger von körperlichen Beschwerden. Allerdings kann man viele Schuhe zu „guten Schuhen“ verändern.

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