HNA-Interview: Der Weihnachtsmann hofft auf Frieden, Gesundheit und viel Glück

Die Wünsche werden größer

Zufällig getroffen und schnell interviewt: HNA-Volontär Torsten Kohlhaase traf den Weihnachtsmann auf dem Rotenburger Marktplatz zum Gespräch bei klirrender Kälte. Foto:  Strecker

rotenburg. Ein Interview mit dem Weihnachtsmann zu bekommen ist schwer, sehr schwer. Wer hat die Nummer, wo soll man anrufen? Steht ein Kontakt im Internet? Sicher nicht. Ein bisschen Glück gehört eben auch dazu und der richtige Riecher. Nachmittags auf dem Rotenburger Weihnachtsmarkt hat es dann geklappt - und das hat der Weihnachtsmann gesagt:

Herr Weihnachtsmann, Sie sehen müde aus?

Weihnachtsmann: Ja, das bin ich. Sehen Sie sich doch meinen Sack an. Der ist schwer und ich muss ihn andauernd auf dem Rücken tragen. Ich hab’ es so dermaßen im Kreuz.

Wirklich? Wo zwickt’s denn? Soll ich Sie ein bisschen mit Voltaren einschmieren?

Weihnachtsmann: Ach, es zwickt und zwackt am ganzen Rücken. Salbe hilft da schon nicht mehr, ich brauche gutes Rentierfett, das wärmt tierisch gut.

Apropos tierisch. Wo sind denn die Rentiere, die Ihre Last transportieren könnten?

Weihnachtsmann: Sie haben sich verfahren. Und wissen Sie warum? Sie mussten so viele Navigationsgeräte zu Weihnachten ausliefern, da wollten sie sich die neueste Technik selbst zunutze machen. Aber auf den Wegen, die wir benutzen, klappt das nicht, es gibt dafür keine Karten.

Welche Wege sind das?

Weihnachtsmann: Das binde ich Ihnen von der Zeitung sicherlich nicht auf die Nase, sonst wollen morgen ganz viele neue Weihnachtsmänner bei uns anfangen.

Geht das denn so einfach?

Weihnachtsmann: Natürlich nicht. Sonst hätten wir bei der Arbeitsagentur in Rotenburg längst eine Anzeige geschaltet. Dafür muss man geboren sein, man kann dann kein irdisches Leben führen.

Hört sich spannend an. Wieso machen Sie den Job?

Weihnachtsmann: Ich mag leuchtende Kinderaugen. Leider schaffen wir es nicht, alle Kinder an Heilig’ Abend unter dem Weihnachtsbaum glücklich zu machen.

Und die Erwachsenen?

Weihnachtsmann: Ich könnt’ nicht lauter klagen. Die Wünsche werden immer größer und sperriger. Wissen Sie, wieviel so ein 50-Zoll-Plasmafernseher wiegt? Aua, mein Rücken schmerzt.

Doch Voltaren?

Weihnachtsmann: Nein, vielleicht ändern sich die Wünsche ja mal wieder. Frieden auf Erden, Gesundheit und jede Menge Glück - das ist doch das Wichtigste!

Müssen Sie den Sack heute noch in Rotenburg abliefern?

Weihnachtsmann: Na klar. Ich bin spät dran, ich weiß. Auch Alheim fehlt mir noch. Dafür hat mein Kollege Bebra, Cornberg, Ronshausen, Nentershausen und Wildeck bereits beliefert. Die Außenstelle in Bad Hersfeld hätte ich beinahe ganz vergessen.

Haben Sie den Weg denn gut gefunden?

Weihnachtsmann: Heute ja, dank der vier großen Kerzen des Rotenburger Adventskranzes. Im vergangenen Jahr leuchtete es nur vom Herz- und Kreislaufzentrum hinab. Aber nach Rücksprache mit Lothar Kolb wurde das in die Wege geleitet.

Bevor Sie wieder abreisen - welche Wünsche gehen denn heute Abend besonders gut in Erfüllung?

Weihnachtsmann: Naja, Carrera-Bahnen, Tischkicker und der Klassiker bei den Mädchen, Puppen. Für die Jungs habe ich auch ein paar Computerspiele im Gepäck.

Und wenn Sie dann fertig sind...

Weihnachtsmann: ...dann werde ich mir erstmal eine schöne große Tasse Gl... Ach, lassen wir das. Ich werde mich ausruhen, denn der Heilige Abend ist der einzige freie Abend im Jahr. Ab morgen beginnen die Vorbereitungen für 2010. Aber mit dem Rücken...

Ich wünsche Ihnen, dass Sie Ihre Rentiereinheit wiederfinden und ihren schweren Präsentsack abladen können. Was haben Sie eigentlich mit der Rute vor?

Weihnachtsmann: Sicher ist sicher. Man kann ja nie wissen, was Journalisten so alles wissen wollen. Sie waren ja ganz brav. Aber jetzt muss ich los. Sie haben genug erfahren. Wünschen Sie ihren Lesern frohe Weihnachten und einen gesunden Rutsch ins neue Jahr.

Von Torsten Kohlhaase

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