Feuerwehr-Dienstversammlung in Tann: Wehren im Kreis haben 3617 Aktive

Zahl der Einsatzkräfte steigt

Jürgen Weingarten

TANN. „Die Zahl der Aktiven hat sich erhöht“, sagte Kreisbrandinspektor Jürgen Weingarten während der Feuerwehr-Dienstversammlung in Tann. Mit Blick auf die demografische Entwicklung war er selbst überrascht von dieser Entwicklung. Die Bilanz zum Jahresende 2010: 38 Einsatzkräfte mehr in den Feuerwehren des Landkreises Hersfeld-Rotenburg im Vergleich zu 2009. Der Zuwachs resultiert aus 47 neuen Brandschützern, denen ein Abgang von neun Frauen in den Einsatzabteilungen gegenübersteht.

Insgesamt sind 3617 Feuerwehrleute in den Wehren ehrenamtlich tätig – 3358 Männer und 259 Frauen. Für Weingarten könnte der Anstieg von etwas über einem Prozent in der aktualisierten Auflistung der Elektronischen Datenverarbeitung begründet sein. Auch die verstärkten Übernahmen aus den Jugendfeuerwehren hätten dazu beigetragen. Allerdings dürfe man bei dieser Entwicklung nicht verkennen, dass die Zahl der Aktiven, die tagsüber in den Gemeinden zur Verfügung stehen, von Jahr zu Jahr abnimmt. Die Einsätze würden das deutlich zeigen.

Eine Verbesserung habe auch die Anhebung der Altersgrenze für Einsatzkräfte auf 65 Jahre nicht bewirkt. Landesweit hätten gerade einmal 333 Feuerwehrleute diese Möglichkeit genutzt – vergleichsweise gering bei 2600 Freiwilligen Feuerwehren in Hessen, berichtete der Kreisbrandinspektor.

Als dramatisch bezeichnete Weingarten den Rückgang bei den Jugendfeuerwehren. Die Bilanz 2010: 171 Mitglieder weniger. „Diese Tendenz muss mit allen Mitteln gestoppt werden“, appellierte der Sachbearbeiter für den Brandschutz in der Kreisverwaltung an die Führungskräfte der Feuerwehren, sich verstärkt in die Nachwuchsarbeit einzubringen.

Die Mitglieder der Jugendfeuerwehren seien schließlich die Einsatzkräfte von morgen. Nur sie würden die Zukunft der Freiwilligen Feuerwehren sichern. Quereinsteiger gebe es nur selten. Nachholbedarf bestehe auch bei den Kindergruppen. Nur 40 bei 152 Wehren im Kreis seien eindeutig zu wenig.

In diesem Jahr komme wieder viel Arbeit auf die Atemschutz-Kreisausbilder zu. Neben vier Lehrgängen für Atemschutzgeräteträger kündigte Weingarten noch zwölf Übungsabende auf der Anlage in Bad Hersfeld an. Die Voraussetzungen für die Teilnahme: pünktlich kommen, gut rasiert und eine geeignete persönliche Schutzausrüstung mitbringen.

Geldpreise zu gewinnen

In der Hessischen Landesfeuerwehrschule werde ein neues Seminar für Führungskräfte der Träger des Brandschutzes angeboten. „Beim Personenkreis hätte man auch gleich Bürgermeister hinschreiben können“, stellte Weingarten fest, der auch einen Ideenwettbewerb des Innenministeriums ankündigte: praxisnahe Standortfortbildung. Gewinnen können die Wehren Geldpreise bis 1000 Euro.

Mit Anerkennungsprämien soll ab diesem Jahr die langjährige aktive Mitgliedschaft in einer Freiwilligen Feuerwehr honoriert werden. Vorgesehen sind Prämien in Höhe von 100 Euro für zehn Jahre, 200 Euro für 20 Jahre, 500 Euro für 30 Jahre und 1000 Euro für 40 Jahre Dienstzeit. Geplant seien ferner vom Land Hessen ein neuer Stiftungserlass für das Brandschutzehrenzeichen, eine neue Feuerwehr-Mustersatzung und eine neue Muster-Gebührensatzung. ARTIKEL UNTEN

Von Herbert Vöckel

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