31 Bläser und 32 Zupfer begeistern bei „Blech trifft Saiten“ in Ellis Saal

Zarte Klänge, starke Töne

Drei auf einen Streich: Das Mandolinenorchester, der Posaunenchor aus Bebra und das Eisenbahnblasorchester Bebra spielten im fast auf den letzten Platz gefüllten Ellis Saal. Fotos: Wilfried Apel

Weiterode. Wenn die „stille Woche“ endet, treffen in „Ellis Saal“ in Weiterode zarte Klänge auf starke Töne. „Wir wollen die grauen Novembertage mit unserer Musik erhellen“, verspricht die Vorsitzende des Mandolinenorchesters, Margarethe König.

Zum siebten Mal begrüßt sie die Zuhörer zu „Blech trifft Saiten“. Sie füllen Saal und Empore fast bis auf den letzten Platz und lassen sich auf Ivanovicis „Donauwellen“ gerne mitnehmen. Vielleicht stellen sie sich vor, wie der zweitlängste Fluss Europas durch kaiserlich-königliche Lande fließt und „Ungarische Skizzen“ miterlebt – mal getragen, mal schwungvoll.

Dirigent Igor Karassik denkt an die Puszta, schwitzt und scherzt: „In Amerika schneit es!“ Da liegt es nahe, Swiridows Walzer „Schneesturm“ aufziehen zu lassen. Beim in Argentinien entstandenen Tango „El Choclo“ greift der Meister zur Querflöte, und seine 32 Zupfer haben auch kein Problem damit, sich ein bisschen „jazzmäßig“ an „Hello Dolly“ heranzuwagen. Das Publikum ist begeistert und wird mit „Sounds of Silence“ belohnt.

Die 13 Blechbläser des Posaunenchors der Evangelischen Auferstehungskirche übernehmen den nächsten Part. Sie beginnen mit einem Choral aus Süd-Finnland, überraschen mit einem Marsch von Johann Sebastian Bach und spielen glaubensstark und kräftig akzentuiert „Lobe den Herrn“. Bravo-Rufe ernten die Musiker für das von Clemens Bittlinger komponierte „Sei behütet auf deinen Wegen“, aber auch „Down by the Riverside“ kommt gut an und veranlasst Karassik zu der Bemerkung: „Auch das wird mittlerweile in der Kirche gespielt.“

Ein bunt gemischtes Programm serviert das mit 18 Musikern spielende Eisenbahnblasorchester Bebra, bei dem Igor ebenfalls „die Peitsche knallt“. Die Stücke „Kosakenritt“, die Titelmelodie der Fernsehsendung „Königlich-bayerisches Amtsgericht“ und die schmissige „Paradepolka“ gefallen außerordentlich. Aber auch das Schlager-Medley und das Tanzpalast-Atmosphäre vermittelnde Potpourri – wie auch die vielfach gereimte Moderation von Hans-Joachim Becker – kommen bestens an. Mit den Zugaben „Radetzky-Marsch“ und „North-Side“ klingt ein wunderbarer Abend aus.

Von Wilfried Apel

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