Verendete Tiere in Nentershausen

Zwei Fälle von Vogelgrippe im Kreis Hersfeld-Rotenburg bestätigt

Bad Hersfeld/Nentershausen. Bei einem verendeten Schwan und einer toten Wildente im Landkreis Hersfeld-Rotenburg wurde das Vogelgrippe-Virus vom Typ H5N8 nachgewiesen. Der Fundort liegt an einem Teich am Ortsrand von Nentershausen.

Die Veterinärbehörde des Landkreises Hersfeld-Rotenburg hat zwei Restriktionsgebiete eingerichtet – einen Sperrbezirk mit einem Radius von einem Kilometer um den Ortsteil Nentershausen und Teile der Gemarkung Weißenhasel südlich der K 53 in Richtung der Gemarkung Nentershausen.

Das geht aus einer Pressemitteilung des Kreises hervor. In dem Sperrbezirk befinden sich sieben Hobbygeflügelhaltungen mit insgesamt 100 Hühnern, die jetzt amtstierärztlich untersucht werden. Um diesen Sperrbezirk herum wurde ein Beobachtungsgebiet mit einem Radius von drei Kilometern festgelegt. Im Beobachtungsgebiet liegen die Nentershäuser Ortsteile Weißenhasel, Dens, Bauhaus und Mönchhosbach sowie der Ortsteil Solz der Stadt Bebra. Neben knapp 30 Hobbygeflügelhaltungen gibt es dort zwei größere Geflügelhaltungsbetriebe (ein Hähnchenmäster und ein Masthühner-Elterntieraufzuchtbetrieb).

„Unsere Experten sind gut vorbereitet und auch das Zusammenspiel der Behörden aller Ebenen funktioniert“, lobt Landrat Dr. Michael Koch: „Die Erfahrungen aus den Vogelgrippefällen früherer Jahre zeigen, dass ein abgestimmtes und angemessenes, aber entschlossenes Handeln der richtige Weg ist, um die Krankheit bestmöglich einzudämmen.“

Die beiden toten Tiere waren an Neujahr von einem Bürger gefunden worden, der die Fälle beim Notdienst des Fachdienstes Veterinärwesen und Verbraucherschutz des Landkreises gemeldet hatte. Sie wurden daraufhin im Hessischen Landeslabors (LHL) in Gießen untersucht. Das Friedrich-Löffler-Institut (FLI) hat als nationales Referenzlabor diesen Vorbefund des Hessischen Landeslabors (LHL) jetzt bestätigt. Der Schwan und die Wildente sind der siebte bestätigte Fall des aktuellen Vogelgrippeerregers in Hessen. Dabei handelte es sich um sieben Wildvögel und einen Zoovogel aus dem Opel-Zoo.

Im eingerichteten Sperrbezirk gelten für die Dauer von 21 Tagen verschiedene Schutzmaßnahmen wie auch ein Verbot des Verbringens von gehaltenen Vögeln, Bruteiern, Fleisch und Fleischerzeugnissen aus dem Sperrbezirk. Im Beobachtungsgebiet gehaltene Vögel dürfen für die Dauer von 15 Tagen nicht aus dem Beobachtungsgebiet verbracht werden. Auch die Jagd auf Federwild ist untersagt und Hunde und Katzen dürfen hier nicht frei laufen. In dieser Zeit dürfen gehaltene Vögel auch nicht zur Aufstockung des Wildvogelbestandes freigelassen werden.

Um die Ausbreitung des Virus zu verhindern, ist die Einhaltung aller behördlichen Vorgaben von größter Bedeutung. Die landesweite Stallpflicht sowie das Verbot von Geflügelausstellungen gelten weiterhin. Alle örtlichen Veterinärbehörden und die sie unterstützenden Gemeinden sind aufgefordert, die flächendeckende Umsetzung der Stallpflicht sicher zu stellen. Dadurch werden Kontakte von Hausgeflügel mit Wildvögeln und deren Ausscheidungen und somit mögliche Infektionsverschleppungen vermieden.

Auch die strengeren Biosicherheitsmaßnahmen in allen geflügelhaltenden Betrieben – ob Kleinhaltung, zoologische Gärten oder Tierparks – sind weiterhin einzuhalten. Dazu gehören beispielsweise Desinfektionsmaßnahmen sowie Schuh- und Kleidungswechsel beim Betreten und Verlassen der Geflügelhaltungen. Darüber hinaus gilt in den Wildvogel-Geflügelpest-Gebieten ein Jagdverbot auf Federwild. Hunde- und Katzenbesitzer wird auch weiterhin empfohlen ihre Haustiere von toten oder kranken Wildvögeln fernzuhalten.

Infektionen des Menschen mit H5N8 sind bisher nicht bekannt. Dennoch sollten tote oder kranke Vögel nicht mit bloßen Händen angefasst werden. Eine Übertragung des Erregers über infizierte Lebensmittel ist unwahrscheinlich. Für die Möglichkeit einer Infektion des Menschen durch rohe Eier oder Rohwursterzeugnisse mit Geflügelfleisch von infizierten Tieren gibt es bisher keine Belege. Auf die Einhaltung von Hygieneregeln im Umgang mit und bei der Zubereitung von rohem Geflügelfleisch und Geflügelfleischprodukten sollte grundsätzlich geachtet werden. Bei Geflügelbraten wird das Virus bei einer Kerntemperatur von 70 Grad in zwei bis drei Minuten abgetötet. (red/jce)

Weitere Informationen zum Thema Vogelgrippe H5N8 und ein Merkblatt für Geflügelhalterinnen und Geflügelhalter finden Sie auf einer Sonderseite unserer Homepage unter www.hef-rof.de/vogelgrippe oder auf den Internetseiten des Hessischen Umweltministeriums unter https://umweltministerium.hessen.de/verbraucher/tiergesundheit-tierseuchen/tierkrankheiten-tierseuchen/aviaere-influenza-gefluegelpest

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa/dpaweb

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